home

ALDI - Segen oder Fluch? (Teil 2)

Wed 31. May 2006 - Judith - kommentieren

Foto_053106_001.jpg

ALDI kommt beim Kassensturzbericht nicht gut weg. Da herrschen miserable Arbeitsbedingungen: Vorwiegend junge Frauen arbeiten bei ALDI Schweiz. Diese werden nur zu 50% angestellt, müssen aber sozusagen jederzeit abrufbar sein. Dadurch werden ständig Überstunden gemacht und die Freizeit ist praktisch nicht planbar. Die Verkäuferinnen müssen 15 Minuten vor Ladenöffnungszeit antraben, Arbeitszeit wird aber erst ab Ladenöffnungszeit berechnet.

“Vorgestern war ich im ALDI und habe gehört, wie eine Kassiererin sich über die vielen Überstunden beschwerte….” ALDI hat bei jeder Kasse eine “Radarfalle”, und misst damit, wie schnell die Kassiererin arbeitet. Am Abend werden “Ranglisten” aufgehängt. So wird enormer Druck ausgeübt.

“Aber das ist ja gerade das Mühsamste am ALDI. Es hat hinter der Kasse keine Ablage, alles muss im Eiltempo eingepackt werden, da bin ich regelmässig überfordert.. Da wäre ich dankbar um jede Kassiererin, die Rücksicht auf mich nehmen könnte…”
Das Aargauische RAV will keine Leute mehr an ALDI vermitteln: Zu schlechte Arbeitsbedingungen.

Mein Fazit: Der Geldsegen fliesst zu den ALDI Brüdern, der Fluch ist bei den Angestellten.

Mein Appell: Boykottieren wir ALDI! Es lohnt sich nicht, diese paar Franken auf dem Buckel der Angestellten zu sparen. Bist du dabei?

PS: Das Foto habe ich aus meinem Bürofenster geknipst.

Danke fürs Weitersagen:
  • Facebook
  • del.icio.us
  • MisterWong.DE
  • Yigg
  • Digg
  • TwitThis
  • Google Bookmarks
  • Webnews.de
  • Ping.fm
  • Tumblr
Tipp: Du kannst unsere neuen Artikel ganz bequem per E-Mail oder RSS-Feed erhalten. (was ist RSS?).

28 Responses to “ALDI - Segen oder Fluch? (Teil 2)”

  1. User Gravatar
    Andreas Von Gunten
    May 31st, 2006 20:47
    1

    Werden die Menschen, die bei Aldi arbeiten von irgendjemandem dazu gezwungen? Wurden diese Menschen, die einen Arbeitsvertrag mit Aldi unterschrieben haben angelogen? Ist es Ihnen nun nicht mehr möglich zu kündigen? Ich bin ja weiss Gott nicht der Meinung, dass die von Dir beschriebenen Bedingungen okay sind. Aber ein bisschen mehr Mündigkeit und Selbstverantwortung können wir ja von unseren Mitmenschen schon erwarten. Entweder gefällt Dir der Job oder du nimmst ihn nicht an, was ist genau das Problem?

    Herzliche Grüsse
    Andreas Von Gunten

  2. User Gravatar
    Judith
    June 1st, 2006 08:29
    2

    Der Vertrag von ALDI sieht wunderbar aus. Auf den ersten Blick sieht es sogar aus, wie eine ungelehrte Kassiererin einen überdurchschnittlich guten Lohn hätte. Bis sie arbeitet und die unbezahlten Überstunden dazu kommen. Unternehmer sollten nicht mehr nur an Gewinnoptimierung denken, sondern auch einen sozialen Aspekt in die Wirtschaft bringen. Mit ALDI geschieht aber das Gegenteil. Ich finde das eine falsche Tendenz und diese Tendenz sollten wir bekämpfen. Es gibt genügend Jugenarbeitslosigkeit und genügend Menschen die sich ihre Jobs nicht einfach nach ihrem Geschmack aussuchen können.

    Gruss, Judith

  3. User Gravatar
    Paddy
    June 1st, 2006 20:58
    3

    Wir haben genügend Arbeitslose in der Schweiz, die unbedingt einen Job brauchen. Und wer Arbeitslosengeld bezieht, ist gemäss Gesetz auch verpflichtet, jeden zumutbaren Job anzunehmen. Solange die RAVs nicht erkennen, wie schlimm das bei ALDI ist, sind die Arbeitslosen quasi gezwungen, solche Jobs anzunehmen.

  4. User Gravatar
    Judith
    June 1st, 2006 21:55
    4

    Das sehe ich auch so. Menschen, die lange arbeitslos waren stehen sowieso unter Druck. Leider ist es in unserem Sozialstaat sehr oft noch so, dass man um seine Rechte kämpfen muss. Dabei werden die sozial Schwächeren ausgenützt, welche keine Kraft mehr haben, sich zu wehren. Die Konsumenten haben sehr viel Macht, setzen wir diese doch für mehr Gerechtigkeit ein.

  5. User Gravatar
    Boyk Otto
    October 27th, 2006 08:58
    5

    Boykott ist etwas wunderbares. Shell hat seine alte Ölplattform “Brent Spar” nicht im Meer versenkt, weil sie boykottiert wurden. Ob das jetzt sinnvoll war oder nicht, wird an anderer Stelle besprochen…
    Leider gibt es aber, wenn man es genau nimmt, extrem vie zu boykottieren. China zum Beispiel. China boykottier ich, wo’s nur geht. Die Arbeitsbedingungen für die meisten Chinesen sind einiges schlechter als bei Aldi. In der Fabrik, die für Apple die iPods herstellt, arbeiten die Arbeiterinnen 15 Stunden pro Tag und leben zusammengepfercht in Räumen zu 100 Frauen. Sozialversicherungen sind chinesischen Arbeitern auch ein Fremdwort.

    In der Schweiz muss man im Detailhandel auch weit suchen, um anständige Arbeitsbedingungen zu finden. Das Problem ist halt, dass es mehr Arbeitssuchende als zu besetzende Stellen gibt. Um umgekehrten Fall könnten die Arbeiter mehr für ihre Rechte kämpfen…

    Aldi boykottier ich auch, auf jeden Fall, genauso wie McDonalds oder Starbucks schon seit Jahren!!!

  6. User Gravatar
    Martina
    January 21st, 2007 22:16
    6

    Artikel aus der
    Stuttgarter Zeitung
    vom 30.12.2006

    “Klappe halten, schneller, Leistung!”

    Aldi-Mitarbeiter erheben Vorwürfe - Discounter dementiert

    Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat jüngst aufgedeckt, dass bei Lidl, dem Branchenzweiten im Lebensmitteldiscount, einiges im Argen liegt. Sieht es beim Branchenprimus Aldi besser aus? Die Ansichten gehen stark auseinander.

    Von Philipp Scheffbuch

    Eine Kampagne erfordert Gut und Böse. Nur dann funktioniert sie. Im vergangenen Jahr hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einem Schwarzbuch ihre Erkenntnisse über die Arbeitsmethoden beim Discounter Lidl dargestellt. Unbezahlte Mehrarbeit, schikanöse Arbeitsbedingungen und kaum Betriebsräte, so lautete der Vorwurf. Worin sich Lidl von anderen Discountern, insbesondere dem Branchenführer Aldi, unterscheidet, diese Frage hat Verdi nicht beantwortet. Die Gewerkschaft vermittelt damit den Eindruck, der Branchenführer mache es besser als die Wettbewerber. Eine Verkürzung der Argumentation, die viele Handelsexperten überrascht. “Dass nicht Marktführer Aldi, sondern die Nummer zwei im Markt, Lidl, Zielscheibe der Kritik wird, könnte einen ganz einfachen taktischen Grund haben. Aldi hat ein so hohes Verbrauchervertrauen erworben, dass die Kunden möglicherweise für massive Kritik an ihrer Einkaufstätte Nummer eins nicht empfänglich wären”, urteilt das Branchenblatt, die “Lebensmittelzeitung”.

    Manfred Birkhahn hat 21 Jahre lange als einfacher Verkäufer für Aldi Nord gearbeitet. Immer war er gewerkschaftlich engagiert, erst bei der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen, später dann bei der Nachfolgeorganisation Verdi. Wir treffen ihn in einem Restaurant am Frankfurter Hauptbahnhof. Die einseitige Vorgehensweise seiner Gewerkschaft gegen Lidl hält er für den falschen Ansatz. “Es gibt kaum einen Unterschied zwischen Aldi und Lidl”, erzählt Birkhahn. Denn auch viele Aldi-Mitarbeiter klagten über unbezahlte Mehrarbeit, schikanöse Arbeitsbedingungen und die Verhinderung von Betriebsräten.

    Einer der strittigsten Punkte unter den Aldi-Beschäftigten ist die Frage der Entlohnung. Eine objektive Erfassung der Arbeitszeit gibt es nicht. Statt mit Stempeluhren werden die Arbeitszeiten freihändig vom Filialleiter aufgezeichnet. In einem Café in München treffen wir Nicole Mauser (Name von der Redaktion geändert). Vier Jahre lange arbeitete sie bei Aldi Süd als Verkäuferin. “Nach Ladenschluss wurden wir nur eine Viertelstunde weiterbezahlt. Tatsächlich habe ich meistens noch eine Stunde länger gearbeitet. Die Firma spart sich die Bezahlung der Arbeitszeit.” Der Filialleiter habe ihr gesagt, das gehöre bei Aldi dazu. Mit ihren Erfahrungen ist sie nicht alleine.

    Ortswechsel: ein Café in Norddeutschland, vier Aldi-Nord-Mitarbeiterinnen sind nach längerem Zögern bereit, über ihren Alltag zu sprechen. Sie alle wollen unerkannt bleiben, die Frauen wirken verängstigt. “Tariflich bin ich für 37 Stunden angestellt, tatsächlich arbeite ich jede Woche 45 Stunden”, sagt eine Frau, die seit 20 Jahren bei Aldi angestellt ist. Eine Kollegin nickt zustimmend mit dem Kopf und erzählt von ihrem Arbeitsalltag. “Jeden Morgen beginne ich spätestens um 7.20 Uhr mit der Arbeit. Aufgeschrieben wird die Arbeitszeit aber erst ab 7.50 Uhr.” Um alle Arbeiten vor der Ladenöffnung um 8 Uhr zu erledigen, reichten die bezahlten zehn Minuten einfach nicht aus. Immerhin habe man Obst und Gemüse herzurichten, Backwaren einzusortieren und Wechselgeld abzuzählen. Auch nach Ladenschluss gestehe Aldi den Mitarbeitern maximal zehn Minuten bezahlte Arbeitszeit zu, damit sie den Laden aufräumen und säubern, die Aktionswaren für den Folgetag aufbauen und die Kassen abrechnen können. Alle Arbeiten nach 20.10 Uhr würden nicht mehr entlohnt. “Vor 20.50 Uhr komme ich eigentlich nie aus dem Laden raus”, sagt eine der Frauen. An manchen Tagen hätten sie so viel zu tun, dass sie erst um 22 Uhr den Laden verlassen könnten.

    Dabei bleibt festzuhalten: Aldi tut nichts Gesetzeswidriges. Es gibt keine Vorschrift, die die genaue Abrechnung oder das Aufstellen von Stechuhren vorschreibt. Unbezahlte Überstunden gehören in vielen Branchen zum Arbeitsalltag. Ob in der Gastronomie, im Speditionsgewerbe oder im Handwerk, gerade in kleineren Betrieben wird so lange malocht, bis das Tagessoll erledigt ist. Aldi jedoch ist kein Kleinbetrieb, sondern ein riesiger Konzern. Die Firmengruppe betreibt in Deutschland 4100 Filialen und setzte 2004 nach Zahlen von M + M Eurodata bundesweit 22 Milliarden Euro um. Das ist etwa so viel, wie die Deutsche Bahn jährlich einnimmt. Auch beim Gewinn lässt sich Aldi nur schwerlich mit einem Kleinbetrieb vergleichen. Nach Hochrechnungen veröffentlichter Jahresabschlüsse einzelner Regionalgesellschaften dürfte es der Aldi-Gruppe im vergangenen Jahr gelungen sein, beim Vorsteuergewinn die Milliardengrenze zu überschreiten. Der frühere Verkäufer Birkhahn will sich lieber nicht ausrechnen, wie groß sein Anteil am Aldi-Erfolg ist. “Theo und Karl Albrecht haben ihr Milliardenvermögen doch nicht, weil sie selbst hinter der Theke standen.”

    Die Firmengründer Theo und Karl Albrecht stehen zwar nicht mehr in den Läden, sie haben jedoch ein höchst effektives System hinterlassen, das die Gewinne nur so sprudeln lässt. Die entscheidende Größe in der Aldi-Welt ist eine Produktivitätskennziffer, das Management nennt sie “Leistung”. Errechnet wird die Ziffer aus dem Monatsumsatz einer Filiale, geteilt durch die dort eingesetzten Mitarbeiterstunden. Je mehr Einnahmen pro Mitarbeiterstunde erzielt werden, desto besser. Große Läden erreichen gut und gerne 1000 Euro pro Stunde und setzen damit Maßstäbe, an denen sich die Mitarbeiter anderer Filialen messen lassen müssen. Da Filialleiter und Verkäufer keinen unmittelbaren Einfluss darauf haben, wie viele Kunden in ihren Laden kommen und was sie dort einkaufen, kann ein Filialleiter die Kennziffer “Leistung” nur verbessern, indem er die erforderliche Arbeit in möglichst “kurzer” Zeit erledigen lässt. Teilweise scheint es zu einem Wettlauf der unbezahlten Arbeitszeit zu kommen. Birkhahn berichtet, er habe sogar erlebt, dass Ehemänner ihren Frauen an Samstagen nach Ladenschluss geholfen haben, den Laden wieder verkaufsbereit zu machen.

    Günther Meier (Name von der Redaktion geändert) ist seit zehn Jahren bei Aldi Süd in Baden-Württemberg tätig. “Meiner Einschätzung nach wird hier mit Zuckerbrot und Peitsche gearbeitet”, sagt er. Als Zuckerbrot werde eine variable Zusatzvergütung eingesetzt. Diese so genannte Prämie orientiert sich ebenfalls am Umsatz pro Mitarbeiterstunde. Je weniger Stunden auf den Zettel des Filialleiters eingetragen werden, desto höher ist folglich die Zusatzvergütung. Die Tücke des Systems wird an Einzelfällen deutlich: Die Verkäuferinnen in Norddeutschland berichten, ihre Vorgesetzten wiesen regelmäßig darauf hin, dass es sich lohnen würde, Arbeitsstunden unter den Tisch fallen zu lassen, weil im Gegenzug die Prämie steige. Die meisten Mitarbeiter wissen, dass das nicht stimmt, immerhin kennen sie ihren eigenen Lohnzettel. “Die Prämie wiegt den entgangenen Stundenlohn bei Weitem nicht auf”, sagt Birkhahn. Aber das System führt zu gegenseitiger Kontrolle der Kollegen. Mit jeder entlohnten Stunde eines anderen Filialmitarbeiters sinkt automatisch die Zusatzprämie für alle. “Unter den Frauen bei uns herrschte eine miese Stimmung: Es hieß sehr schnell, die macht die Leistung kaputt”, erzählt die Münchnerin Nicole Mauser.

    Als Peitsche empfinden viele Aldi-Mitarbeiter die Umgangsformen ihrer Vorgesetzten. Besonders gefürchtet sind offenbar die Außendienstmitarbeiter der Geschäftsführung, die so genannten Bezirksleiter. Teilweise mehrmals täglich kommen sie in die Filialen und kontrollieren die Zahlen. “Du wirst so gedrückt in der Firma. Drei Worte, die ich vier Jahre bei Aldi gehört habe: Klappe, schneller, Leistung”, sagt Mauser. Auch die Bezirksleiter stünden in Konkurrenz zueinander und versuchten, das Letzte aus ihren Mitarbeitern herauszuholen. “Alle Aldi-Manager rennen immer um den ersten Platz”, sagt Birkhahn. “Mich hat gewundert, wie häufig Aldi seinen Managern von jetzt auf nachher die Hand weggezogen hat.”

    Nicole Mauser hat sich bei Aldi schikaniert gefühlt. “Einmal, als ich Rückenprobleme hatte, musste ich zum Arzt und mich spritzen lassen. Als ich zurückkam, hat der Filialleiter lautstark vor den Kunden gesagt: “Ach, Frau Mauser, haben Sie Rückenprobleme? Hat Sie Ihr Mann nicht zugedeckt, als er Sie von hinten genommen hat?” Der Bezirksleiter, der direkte Vorgesetzte des Filialleiters, habe trotz mehrfachen Beschwerden nicht eingegriffen. “Er hat nur gesagt: der Filialleiter arbeitet ja ganz gut zu Gunsten der Firma. Wenn ich ein Problem habe, dann habe ich ein Problem. Er sagte, ich soll meine Persönlichkeit ändern.” Offensichtlich rasten in Einzelfällen Aldi-Filialleiter aus. Daraus kann natürlich nicht aufs Ganze geschlossen werden. Bemerkenswert aber ist, dass die Berichte über zweifelhafte Vorfälle sich durchaus häufen.

    Im vergangenen Jahr ist Nicole Mauser aus dem Unternehmen ausgeschieden. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen hatte sie zuvor versucht, einen Betriebsrat zu installieren. Es gelang ihnen nicht. Zur ersten Betriebsversammlung kam der Bezirksleiter, zur zweiten sogar der ranghöhere Verkaufsleiter. Die Vorgesetzten wurden zwar jeweils nach einiger Zeit des Raumes verwiesen, der Auftritt hatte dennoch Folgen: Außer den drei Initiatorinnen stimmte niemand für die Gründung eines Betriebsrats. Die drei Frauen sind heute nicht mehr bei Aldi. Alle sind freiwillig ausgeschieden.

    Freiwilligkeit kann man auch erzeugen. “Auf einmal bin ich ständig beobachtet worden”, erinnert sich Nicole Mauser. Der Filialleiter habe sie nur noch alleine in die Pause geschickt, damit sie keinen Kontakt zu den Kolleginnen bekommt. Sie sei verstärkt geprüft worden. Die Kassen hätten auf einmal nicht mehr gestimmt. Das Erstaunliche: obwohl jede Kassiererin mit Haut und Haaren für die Richtigkeit ihrer Kasse verantwortlich gemacht wird, sind auch Kassen bei Aldi keineswegs völlig manipulationssicher. Irgendwann fühlte sich die heute 35-Jährige zermürbt und kündigte aus freien Stücken. Heute sagt sie rückblickend: “Dieser Druck und diese Hierarchie übertrafen selbst meine Erfahrungen aus der Zeit bei Schlecker, wo ich früher gearbeitet habe.”

    Während Aldi Nord an vereinzelten Standorten Betriebsräte hat, gibt es bei Aldi Süd für Mitarbeiter nach wie vor wenig zu melden. “Will man hier was ändern, wird einem immer gesagt, ihr könnt gehen, es warten schon zehn andere auf eure Stelle”, berichtet Günther Meier, der Mitarbeiter aus Baden-Württemberg. “Vom ersten Tag an wird jeder noch so kleine Fehler meiner Einschätzung nach hier schriftlich dokumentiert”, erzählt er. “Aldi bereitet sich offenbar von Beginn an akribisch auf eine arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung hin vor.” Auch Nicole Mauser, die Frau aus München, fühlte sich überwacht. “In unserer Niederlassung, das weiß ich, gab es für jeden Mitarbeiter einen eigenen Ordner, in dem jeder kleinste Fehler notiert und aufbewahrt wurde.”

    Andrea Bernhardt (Name von der Redaktion geändert) rührt in ihrem Kaffee. Seit 33 Jahren arbeitet sie für Aldi Nord. Unzählige Millionen Euro und D-Mark hat sie in Pfennig- und Centbeträgen in die Kasse getippt. Im Laden hat sie Tonnen an Konserven und Weinflaschen einsortiert, immer wieder Tiefkühltruhen eingeräumt und die Kühlware umgeschichtet. “Jetzt bin ich denen plötzlich zu langsam”, sagt sie und lacht. Es ist ein Lachen, das sehr nahe am Weinen ist. Sie weiß, dass Aldi jüngere Kräfte bevorzugt. Hinter fast jedem unbekannten Kunden sieht sie inzwischen einen Testkäufer, das Schreckgespenst aller Aldi-Mitarbeiter.

    Mit so genannten Testkäufen will Aldi die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter prüfen. Das Prüfverfahren stammt noch aus der Zeit, als bei Aldi Nord für jeden einzelnen Artikel eine Warennummer und bei Aldi Süd der genaue Preis eingetippt wurde. Um zu untersuchen, ob die Kassiererin tatsächlich die Nummern und Preise richtig im Kopf hat, haben Bezirksleiter Dritte beauftragt, einen Großeinkauf vorzunehmen. Nach dem Kassiervorgang wurden die eingetippten Preise überprüft. Für Kunden und das Unternehmen eine durchaus schlüssige Sache. Inzwischen arbeitet Aldi mit Scannerkassen. Preissicherheit muss nicht mehr geprüft werden. “Heute, so glaube ich, setzt Aldi Testkäufe als Personalplanungsinstrument ein. Die lassen dich oft mit irgendwelchen konstruierten Geschichten reinfallen”, sagt Birkhahn.

    Seit die Aldi-Nord-Mitarbeiterin Andrea Bernhardt 50 Jahre alt geworden ist, wird sie statt einmal im Quartal einmal pro Woche geprüft. “Da kommt zum Beispiel ein Testkäufer mit einem ganzen Karton Butter. Da sind fünf Lagen Butter drin, und ganz unten wurde eine teurere irische Butter versteckt.” Um das zu erkennen, müsste die Frau alle Butterpackungen aus dem Karton nehmen und danach wieder mühsam einsortieren, weil der Kunde die Butter im Karton mitnehmen möchte. Das tut sie aber nicht. Wie alle Mitarbeiter steht sie an der Kasse unter einem enormen Zeitdruck. “Wir sollen ganz schnell sein, sonst gibt es Ärger.” Durch verschärfte Überprüfungen gelingt es Aldi, Bagatellfehler festzustellen. Der Arbeitgeber darf seine Mitarbeiter abmahnen. Der Druck für die Beschäftigten nimmt zu.

    Andrea Bernhardt zuckt mit den Schultern. Sie glaubt, dass das Unternehmen sie loshaben will und sie es letztlich nur falsch machen kann. “Die Testkäufe sind Vorgänge, da fällt man leicht rein, und der Bezirksleiter hat seinen gewünschten Anlass, um ein disziplinarisches Gespräch zu führen”, sagt sie. Zermürbend seien die Sitzungen unter vier Augen, in denen der Vorgesetzte schreie und drohe. “Sie fordern einen auf, Schuldanerkenntnisse zu unterschreiben.”

    Auch Arbeitsrechtler haben mit Aldi ihre Erfahrungen gesammelt. “Die Beschäftigten bei Aldi werden durch den kollektiven Leistungsdruck zur Eigenkündigung gedrängt, wenn sie die Leistung zum Beispiel altersbedingt nicht mehr bringen können”, sagt der Anwalt Rüdiger Helm, der in München jene Mitarbeiter vertreten hat, die einen Betriebsrat einrichten wollten. Kommt es zu arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen, gewinnt meist Aldi. “Als Arbeitnehmer kann ich den Leistungsdruck, unter dem ich an der Kasse stehe, unheimlich schlecht darstellen. Sie können viel eher über formale als über sachliche Argumente einen Prozess gewinnen”, sagt Helm. Dabei gäbe es gerade über die Arbeitsbedingungen dringend Klärungsbedarf, denn die Schilderungen der Aldi-Arbeitnehmer lassen doch einige Fragen offen.

    Vergütet Aldi die geleistete Arbeitszeit korrekt? Warum gibt es kein Zeiterfassungssystem, das sicherstellt, dass alle Arbeitsstunden auch entlohnt werden? Werden denjenigen Mitarbeitern, von denen sich das Unternehmen trennen will, vorsätzlich Fallen gestellt? Wird auf die Beschäftigten in Gesprächen unter vier Augen Druck ausgeübt, selbst ihren Arbeitsvertrag zu kündigen?

    Und was sagt nun der Discounter dazu? Von Aldi Nord ist keine Stellungnahme zu erhalten. Aldi Süd will sich den schriftlichen Fragen nicht detailliert stellen, sondern antwortet pauschal: “Wir distanzieren uns ausdrücklich von Verhaltensweisen, wie Sie sie in Ihrem Schreiben darstellen, da sie nicht den Wertvorstellungen unseres Hauses entsprechen. Im Gegenteil: Wir sind durchaus stolz, dass wir bei Aldi Süd eine Unternehmenskultur der Fairness und des gegenseitigen Respekts pflegen. Wir haben Arbeitskonditionen geschaffen, in denen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihrer Leistung anerkannt und gefördert werden. Dies ist unser tägliches Bestreben als Arbeitgeber.”

  7. User Gravatar
    Judith
    January 22nd, 2007 20:36
    7

    @Martina: Danke für die Ausführungen. Diesen Artikel werde ich gleich weiterschicken…

  8. User Gravatar
    Martina
    January 25th, 2007 21:13
    8

    Judith, hier ist der Originallink auf den Artikel:
    http://www.stuttgarter-zeitung.....hp/1326304

    Neuer Link: http://www.stuttgarter-zeitung.....tung-.html

  9. User Gravatar
    Martina
    May 13th, 2007 23:57
    9

    der Link hat sich geändert, jetzt:

    http://www.stuttgarter-zeitung.....hp/1422478

  10. User Gravatar
    Franziska
    November 18th, 2007 19:38
    10

    Hallo…

    ich habe mir jetzt mal so eure ganzen Beiträge durchgelesen… aber habe das gefühl das zwar bei allen gut recharchiert wurde aber keiner so wirklich ahnung hat was “hinter den kulissen” von ALDI so läuft…
    Also um euch einen kleinen einblick zu gewähren..
    ich arbeite selbst bei ALDI als auszubildende seit letztes jahr september…als ich angefangen habe wurde mir erklärt das zwar in meinem arbeitsplan 7:50-17:50 steht… kein problem allerdings waren meine “inoffiziellen” arbeitszeiten von 7:00 bis 18:30… wie ich dann das erstemal meinen berichtshefter vorgelegt habe, wurde mir unmissverständlich klar gemacht, dass das “vorarbeits- und nacharbeitszeiten” sind und ich diese doch nicht in meinen berichtshefter zu tragen habe…mittlerweile habe ich die Filiale gewechselt, wo es allerdings nicht besser sondern eher schlimmer geworden ist… nicht nur was mich betrifft sondern allen mitarbeitern…beispielsweise meine eine kollegin…sie hatte eine sehnscheide entzündung an beiden armen und konnte somit nicht kassieren und war krank geschrieben… als sie ihre krankschreibungen abgab wurden diese zerrisen und man teilte ihr mit, dass sie nicht krankgeschrieben sondern ihr überstunden abbummelen solle…ich selbst war anfang des jahres krank und lag mit fieber und einer stimmbänderentzündung im bett… ich rief also meinen chef an um ihm zusagen das ich nicht kommen könne, worauf er mir sagt das das nicht ginge, dass ich krank bin und ich solle doch zur arbeit kommen…so saß ich also einen ganzen tag krank an der kasse, bekam reichlich beschwerden wieso ich denn arbeiten gehe, wenn ich krank bin, worauf ich nur sagen konnte “ich musste kommen”…da ich bin nicht vernünftig auskurieren konnte, wurde ich eine woche später wieder krank und fiel 2 wochen aus… als ich wieder zur arbeit ging wurde mir vorgeworfen “auffällig” oft krank zu sein…desweiteren überschreitet unser bezirksleiter oft seine kompetenzen zum einen sagte er zu meiner kollegin, dass er es nicht versteht, wie ihr mann (selbst Fahrer bei ALDI) mit sowas fetten wie sie verheiratet sein kann geschweige denn ein kind zeugen konnte und erst vor 1 woche sagte er ihr das er nicht versteht wie sie in der lage ist ein kind zu erziehen…mittlerweile läuft zwar ein strafverfahren vor dem betriebsrat gegen ihn, wo wir allerding alle nicht glaube, dass dies etwas bewirkt… donnerstag war ihr letzter arbeitstag in unserer filiale da sie aufgrund dieses streits strafversetzt wurde… mein filialleiter ist allerdings nicht besser… er ist filialleiter um sogesagt “nichts zu tun”… wenn ich um 10 Uhr zur arbeit komme, steht die ganze filiale voller paletten, genauso wie noch kein frisches obst oder gemüse abgepackt worden wurde…zum anderen wenn ich samstags mit ihm spätschicht hatte, saß er gemütlich im pausenraum und qualmte munter vor sich hin, wärend ich alles sauber machte und die letzen kunden bediente…als ich mit allen arbeiten fertig war, schaute er mich aus dem pausenraum an und meinte nur “sind sie endlich fertig ich will nachhause” ich war stinksauer… am gleichen abend gingen wir also richtung ausgang wo er anfing “die kassen sind ja gar nicht richtig sauber” wo ich ihn erstmal glaube wie ein auto angeschaut habe und meinte, ob ich ihm die dreckigen zewa blätter zeigen soll, mit denen ich sauber gemacht hatte…am nächsten arbeitstag rief er mich ins büro und teilte mir mit das ich wohl sehr “unzuverlässig” geworden bin und das er so ein verhalten von mir nicht mehr haben will…es ist immer sehr motivierend sich anhören zu müssen die schlecht und unzuverlässig man doch ist, genauso wie kolleginen von mir gebeten werden mich doch bitte nicht zu “duzuen” oder sich von mir “duzen” zu lassen da sie sich sonst auf das niveau eines azubi´s herunter zu lassen… mittlerweile arbeite ich von 7:00 - 19:00 uhr ohne das mir die überstunden angerechnet werden und anstatt wie in meinem vertrag 37,0 std. habe ich die letzten wochen/monate 40,75std. gearbeitet, was ich allerdings meinem chef oft genug gesagt hatte, was ihn allerdings mehr als wenig interessiert hatte, genauso wie unterlagen von mir die ich monatlich bearbeiten muss verschwinden und er danach nichts mehr davon weiß das ich sie ihn gegeben habe…
    nach meiner ausbildung wird mich wahrscheinlich nichts mehr bei ALDI halten.

  11. User Gravatar
    Judith
    December 26th, 2007 17:19
    11

    Liebe Franziska. Erst jetzt in meinen Weihnachtsferien bin ich dazu gekommen, Deinen Eintrag zu lesen. Ich habe echt Hühnerhaut bekommen. Danke für Deinen ehrlichen Bericht. Diese Arbeitsbedingungen sind ja haarsträubend. Gibt es keine Stelle für Auszubildende, wo Du Dich beschweren könntest.

  12. User Gravatar
    OT
    February 12th, 2008 13:43
    12

    hallo .. auch ich schliesse mich dem aldi-boykott an .. bin fast zwei jahre für diesen arbeitgeber in der ganzen schweiz und oesterreich unterwegs gewesen .. habe gegen 20 verschiedene filialen durcherlebt als filialleiter stv.. und kein privatleben mehr gehabt .. was ich hier gelesen habe ist beängstigend .. aldi hat zumindest hier in der schweiz führungsprobleme .. ohne trifftigen grund wurde mir gekündigt und wie jeder andere wirst du sofort freigestellt .. es sind zu viele falsche leute in dieser firma … wenn du nicht stark genug bist bist um dich selbst zu bleiben, wirst du als mitarbeiter bei aldi genauso falsch wie ihre führung .. ich hab es erlebt. . passt auf euch auf .. ich geb lieber ein paar frankn mehr aus in der migros und coop. grüsse .. OT

  13. User Gravatar
    Steini’s Garden » Blog Archive » Lidl ALDI
    March 27th, 2008 14:34
    13

    [...] Links: Beitrag zu ALDI Teil 1 Beitrag zu AlDI Teil 2 (mit den Kommentaren) Tagi berichtet über Lidl unter Big-Brother-Verdacht Blick berichtet über Big brother bei Lidl [...]

  14. User Gravatar
    [Name]
    April 23rd, 2008 20:02
    14

    ich kann euch nur zustimmen , arbeite in deutschland bei aldi süd (azubi). es ist einfach grauenvoll jeden tag das gleiche zu erleben. dann noch diese hinterhältigen testeinkäufe. Bsp. mir wird vorgeworfen das ich oft nach fünf kunden klingel ( zweite kasse). aber so ist die regelung, nach fünf kunden soll zweite kasse aufgemacht werden. aber ich soll ja auf mein chef hören, also schau ich mir die kunden an, ob sie wenig ware dabei haben, und klingel nicht. sind dann haltmanchmal mehr als fünf kunden. zack war da ein testeinkauf dabei. im testbericht stand dann natürlich. herr [Name] beachtet die fünf kunden regelung nicht. jetzt darf ich mich persönlich mit meinem bezirksleiter unterhalten. meine fl hat mir mitgeteilt das er mir sagen wird das ich das dritte jahr nicht schaffen werde. das ist halt ein bsp. von vielen.

  15. User Gravatar
    Sam
    April 24th, 2008 10:48
    15

    @nils: danke für den Bericht. Es scheint in der Tat unglaublich menschenunwürdig zu und her zu gehen bei Aldi. Und das in Westeuropa im Jubiläumsjahr 60 Jahre Menschenrechtserklärung. Neben den Gewerkschaften sollte sich auch Amnesty International mit Aldi befassen.

  16. User Gravatar
    Katja Holzhauer
    April 29th, 2008 03:16
    16

    Aldi scheint weltweit einfach zum kotzen. Ich bin vor ein Paar Monaten nach Australien umgezogen. Ich habe harte Monate bei Aldi hinter mir in denen ich mir sexuelle Belaestigung vom Manager (hatte es damals gemeldet aber es wurde einfach unter den Teppich gekehrt)und allerlei bloede sprueche anhoeren musste da ich wie Aldi aus Deutschland komme. Nachdem ich endlich den Schlusstrich gezogen habe musste ich feststellen das Aldi mir keine Referenz geben wird was fuer meine berufliche Zukunft zwingend notwendig ist. Die ganze harte Arbeit umsonst ): Ich haette also an meinen letzten Tag in die Kasse greifen sollen und die Kunden beleidigen sollen. Ich wuerde mich ja gerne schriflich beschweren aber Aldi schirmmt sich so ab und ich nehme an das es sie auch leider nicht interessieren wird…

  17. User Gravatar
    Sam
    April 30th, 2008 00:02
    17

    Danke, Katja, für den Bericht. Ich glaube, es braucht mehr Action gegen ALDI, so wie die Berichte hier tönen.

  18. User Gravatar
    Mokhnatchouk-Sadiku Marina
    August 20th, 2008 20:20
    18

    Hallo
    Ja, heute wurde ich auch von Aldi gekündigt. Auch ohne jeglichen wichtigen Grund. Ich wollte zu Coop wechseln wegen der besseren Aufstiegsmöglichkeiten und die haben noch denen schlechte Referenz angegeben. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Deswegen lasse ich es jetzt sein und gehe morgen zum Arbeitsgericht. Heute war ich bei Unia. Morgen muss ich noch bei Coop anrufen und Ihnen die Geschichte erzählen und jetzt triff ich mich mit meiner Kollegin und rede darüber war mir machen sollen. Weil sie hat wegen Aldi, die Stelle bei Coop auch nicht bekommen. Es bringt eben nichts nur darüber zu reden. Man muss handeln. Ich will keine Rache, sondern Gerechtigkeit! Ich weiss ganz genau wie gut Aldi-Mitarbeiter arbeiten. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Ich sage euch nur eins mir werden alle unsere Gerechtigkeit bekommen. Sie haben mir in vier Filialen ein Hausverbot erteilt. Warum weil ich als einzige meinen Mund aufgemacht habe und das hat Ihnen nicht gepasst. Das ich Ihnen auf die Finger schaue. Sie haben sich mit der falschen Person angelegt.

  19. User Gravatar
    Fabian Trost
    November 21st, 2008 14:31
    19

    Ich habe ein halbes Jahr für diese Scheissfirma gearbeitet. Kann alles bestättigen,was ich hier gelesen habe. Mir wurde nach einem Testeinkauf gekündigt(nachdem ich bereits 4 std fast am stück an der Kasse war kam ein Testeinkäufer und da ich 2 versteckte Sachen im Einkaufswagen nicht sah wurde mir gekündigt)
    Ich finde auch die meissten Produkte total scheisse. Leute die dort einkaufen haben kein Gewissen oder Hirn.Wegen disen paar Franken sparen lohnt sich der Einkauf nicht. Meine Wut auf Aldi ist riesig…

  20. User Gravatar
    Arbeiten bei Aldi » Blog Archive » Geschichten aus dem ALDI
    November 21st, 2008 15:48
    20

    [...] hat das Ganze in den Kommentaren zu einem Artikel auf unserem privaten Blog: “ALDI - Segen oder FLuch?“. Etliche [...]

  21. User Gravatar
    Mokhnatchouk-Sadiku Marina
    November 21st, 2008 19:19
    21

    Ach Fabian. Du bist der Coolste. Leider habe ich mitbekommen, das man dich schon lange vorher kündigen wollte, aber da es anfangs zu wenig Leute hatte, hat man sich Zeit mit dir gelassen. Den Testeinkauf hat Aldi nur als Vorwand benützt um dich, Cathy, Marijana und viele andere zu kündigen. Inzwischen habe ich aber heute mitbekommen, das es immer mehr Leute gibt die bei Aldi Altstetten kündigen. Ich bin sehr stolz auf diese Leute und wünsche allen noch jetztigen und Ex-Mitarbeitern viel Erfolg für die Zukunft.
    Ps. Verlangt kein Zwischenzeugnis bei Aldi und redet erst über die Künigung wenn ihr eine Stelle habt und Aldi euren eingeschriebenen Kündigungsschreiben in den Händen hat. Grund dafür ist, das man mit Nötigung gekündet werden kann. Wie es bei mir der Fall war.

    Liebe Grüsse

    Marina

  22. User Gravatar
    Peter
    December 18th, 2008 11:19
    22

    Hallo,
    habe fast 24 Jahre bei Aldi Süd als Kraftfahrer gearbeitet.
    Wenn nicht die gute Bezahlung gewesen wäre, hätte ich schon früh auf gehört. Leider bin ich krank gewurden und habe vom Betriebsleiter absolut keine Unterstützung bekommen. Man war froh das ich nicht mehr als Kraftfahrer konnte und ich musste die Kündigung auf beiderseitiger Einvernehmen machen.
    Dafür bin ich ca 24 Jahre lang pünktlich auf der Arbeit gewesen und habe Überstunden gemacht.
    Ich könnte Bücher schreiben wie Aldi Süd mit seinen Mitarbeiter um gegangen ist. Denver und Dalles sind ein Dreck gegen Aldi Süd. JR hätte gegen meinen Betriebsleiter keine Chance gehabt.
    Selbst wenn die Bereichsleiter nur einbißchen Menschlichkeit gezeigt hätten oder hat, wurden Sie an die Luft gesetzt.
    Mitarbeiter (ob Packer, Verkäuferin, Kraftfahrer oder Filialleiter) wurde so manipuliert , dass Sie gegen die eigne Mitarbeiter gearbeit haben oder Ihren Vorgesetzten Private Sachen von den Kollegen erzählten.

    Menschlichkeit gibt es bei Aldi Süd nicht!!!!!

    Gruss Peter

  23. User Gravatar
    Mokhnatchouk-Sadiku Marina
    December 18th, 2008 14:25
    23

    Hallo Peter
    Da kann ich nur ein Lied davon singen. Du hast vollkommen recht. Alle Aldi-Mitarbeiter werden manipuliert. Man hat mich und meine beste Arbeitskollegin ständig versucht gegeneinander ausszuspielen. Man konnte sich zwischen uns nicht entscheiden, wer von uns die Vertretungskraft werden soll. Also hat der Fillialleiter und RVL versucht herauszufinden wer das grössere A…. von uns beiden ist. Man hat von uns erwartet, das wir petzen, aber das wollten wir beide nicht. In meinen Augen ist es ein vollkommener Blödsinn zu behaupten, dass man ein A… sein muss um etwas zu erreichen. Aber mein Fillialleiter war fest davon überzeugt und das Schlimmeste war ich nahm allmählich die gleiche Einstellung an. Deswegen bin ich gar nicht unglücklich darüber das ich nicht mehr dort bin. Ich habe schon lange eine neue Arbeitsstelle und das kann jeder andere auch. Lg

  24. User Gravatar
    Sam
    December 19th, 2008 11:06
    24

    Vielen Dank für eure Geschichten. Ich habe die neue Website http://www.arbeit-bei-aldi.de erstellt, auf der ich einige Geschichten von diesen Kommentaren zitiere. Man kann dort auch weitere Geschichten rein schreiben.

  25. User Gravatar
    Thomas
    February 28th, 2009 18:33
    25

    der Bericht in der Stuttgarter Zeitung ist umgezogen und hat einen neuen Link…

    http://www.stuttgarter-zeitung.....tung-.html

  26. User Gravatar
    Judith
    March 2nd, 2009 10:41
    26

    @Thomas: Danke für den Link. Ich habe ihn im Kommentar von Martina noch ergänzt.

  27. User Gravatar
    Massi
    June 24th, 2009 16:14
    27

    Unser Parlament, also der Bürgerblock, will die üblen Verträge (Antrag Rechsteiner SP) bei ALDI nicht bekämpfen. Also ist das ok. Der Monopolikapitalismus hat halt seinen Preis. Das Schweizervolk will es so.

    Billig ist besser!! weiter so!

    Massi

  28. User Gravatar
    al3ab-bnat
    December 20th, 2009 12:40
    28

    Ich könnte Bücher schreiben wie Aldi Süd mit seinen Mitarbeiter um gegangen ist. Denver und Dalles sind ein Dreck gegen Aldi Süd. JR hätte gegen meinen Betriebsleiter keine Chance gehabt.

    and thnx

Leave a Reply