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Munition günstig abzugeben

Fri 15. Sep 2006 - Sam - kommentieren

Irgendwie habe ich wenig Angst vor Selbstmördern mit ihrer Taschenmunition. Wir haben ja trotz materiellem Überfluss eine ziemlich ansehliche Selbstmordrate in der Schweiz – das muss uns erst mal ein Land nachmachen. Bei Weitem nicht alle mit dem Stgw 95, wir Schweizer sind kreativ(?) Die Leute, die von dannen gehen wollen finden auch ohne Sturmgewehr aus dem Nachbarskeller eine Lösung.

Munition TaschenmunitionDie Idee, die Waffe mit nach Hause zu nehmen ohne Munition dazu macht vielleicht ein kleines Bisschen mehr Sinn als beides am rechten Ort (Kaserne, Zeughaus) zu lassen. Aber ehrlich: wir wissen doch alle, wie leicht es ist, beim Obligatorischen (oder sonst in einem Schiessverein) Schüsse mitgehen zu lassen. Die Einfachheit hat auch einen Reiz. Würde mal behaupten, die meisten haben schon mal ein paar Probeschüsse zu viel bezahlt, nicht?

Klar ist es dumm. Das sieht man wohl ein und baut dann das Arsenal am nächsten Obligatorischen etwas ab usw. Nur, was macht man mit dem Rest, wenn die Dienstpflicht erfüllt ist? Das sind Schüsse, die man “gefahrlos” irgendwo im Wald verschiessen kann, ohne dass man die Taschenmunitionbüchse öffnen muss. Davor könnte man Angst haben.

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12 Responses to “Munition günstig abzugeben”

  1. User Gravatar
    lagalug
    September 15th, 2006 17:20
    1

    Pass nur auf, dass dich keiner einsperrt…So ein VBS-Mensch könnte das vielleicht als Geständnis auslegen:

    “Guckt mal her, ich habe Schüsse geklaut!!”

    Puuuh – bin ich froh, dass ich Sani bin und nicht jedes Jahr ballern muss!

    [So, jetzt breche ich hier mal die Regel und schmuggle ein Smiley in einen Kommentar - ich hoffe, ich komme nicht gleich in den Troll-Käfig - ich war bisher ja recht artig...:] ;-)

  2. User Gravatar
    GENiALi
    September 15th, 2006 20:35
    2

    Wie so soll das geklaut sein?
    Ich war Jahrelang Aktivschütze in einem Schützenverein. Da ist es nur normal Munition zuhause zu haben. Dabei macht sich kein Schütze ein Gewissen. Also mache ich mir auch kein Gewissen wenn ich beim Obligatorischen Munition mit nachhause nehme. Oder irre ich mich da?

  3. User Gravatar
    michi
    September 15th, 2006 20:39
    3

    Wieso “trotz materiellem Überfluss”?

  4. User Gravatar
    Sam
    September 16th, 2006 13:24
    4

    Es geht mir darum, dass einfach die Munition wegsperren wohl nicht die Gefahr verbannen würde. Es sind ja wohl eher die “inoffiziellen” Schüsse, die dazu reizen könnten, mal “go ballere”.

    @Geniali: irgendwie hört für mich der Spass auf, wo jeder eine ziemlich deftige Knarre zu Hause hat und jeene Runden Munition. Ich frage mich da auch: wofür braucht ein Aktivschütze Munition zu Hause?

    Aber eben: diese Tatsache lässt sich wohl nur mühsam/kostenintensiv ändern (Munitionsverbot müsste mit breitangelegten Kontrollen forciert werden)

    @michi: das war eine kleine Nebenbemerkung – scheinbar scheint unser vergleichsweise immenses reichtum nicht zufrieden genug zu machen… wir haben ja eine der höheren Selbstmordraten hier.

  5. User Gravatar
    lagalug
    September 16th, 2006 14:36
    5

    Es ist klar: wenn einer sich mit der Dienstwaffe umlegen will, dann schafft er das. Ob er Munition zu Hause hat oder nicht. Einmal abgesehen davon: ein suizidgefährdeter Mensch wird immer irgendeine Möglichkeit finden! Dazu braucht es keine Dienstwaffe.

    Aber trotzdem würde das Abschaffen der Taschenmunition Sinn machen. Denn: damit wäre eine erste Hemmschwelle da. Wenn jemand in einer (vielleicht vorübergehenden) Depression eben keine Munition zuhause hat, kann ihn das vielleicht vor Schlimmerem bewahren. Oder etwa nicht?

  6. User Gravatar
    Sam
    September 16th, 2006 14:56
    6

    Doch, das war mit “ein kleines Bisschen mehr Sinn” gemeint. Ich bin dafür dass man den ganzen Weg geht und die Waffe nicht mehr zu Hause aufbewahrt.

    Aber für den Bundesrat müssen noch ein paar Fälle auftreten (um nicht zu sagen: einige Menschen mehr sterben) bis eingesehen wird, dass unser Verteidigungskonzept, wie er steht, nicht wirklich tauglich ist wenn es beinhaltet, dass wir Waffen und Munition zu Hause haben und im Ernstfall unseren Weg zum Zeughaus freischiessen sollen um die Gamelle und den Schlafsack abzuholen.

  7. User Gravatar
    GENiALi
    September 16th, 2006 20:58
    7

    @sam
    Wie so ein Aktivschütze Munition zuhause hat?
    Ganz einfach.

    1. Die Munition wird gewogen. Damit keine Blindgänger darunter sind b.z.w. alle die selbe Ladung haben. Es kann mal vorkommen das zuweing Pulver drin ist. Dann kann man Nuller einfangen.

    2. Ganz harte Schützen messen die Munition nach aus. Das heisst, es wird geprüft ob die Spitze der Kugel auch wirklich in der Mitte ist. Zwecks besserem Schussbild.

    Ich bin noch immer dafür dass man die Waffe behalten kann. Ich hätte den Sport gar nicht ausüben können hätte ich mir die Waffe selber kaufen müssen. Und die Schützenlobi ist gross. Verdammt gross. Das hat sie ja schon des öffteren bewiesen.

  8. User Gravatar
    michi
    September 16th, 2006 21:34
    8

    @Sam: Ja ich weiss, soweit bin ich mit gekommen, hab ein bisschen schnell kommentiert sehe ich grad, die Anführungszeichen sollten nur das “trotz” umfassen.

  9. User Gravatar
    Sam
    September 17th, 2006 11:31
    9

    @Geniali: danke für die interessanten Infos.

    Könnte man vielleicht eine Lösung finden, bei der man die Waffe nicht nach Hause nehmen MUSS – bzw nur nach Hause nehmen darf, wenn man die Zugehörigkeit zu einem Schützenverein belegen kann?

    Wird ja immer komplizierter.

  10. User Gravatar
    Sam
    September 18th, 2006 17:42
    10

    und jetzt hat (komischerweise) “Heute” in der gedruckten Ausgabe auf diesen Post verwiesen…

  11. User Gravatar
    GENiALi
    September 18th, 2006 20:15
    11

    @Sam
    Klar könnte man das. Ich muss einfach sicher sein dass ich immer die selbe Waffe habe. Die Schützen unter den Lesern wissen sicher wie so.

    Zu dem wäre es auch denkbar das man wählen kann ob man die Waffe behalten will oder nach dem Dienst abgeben will. Ich weiss nicht wie es dann mit dem Obligatorischen zu lösen wäre.

    Es muss einfach die Möglichkeit geben die Waffe behalten zu dürfen. Eigentlich egal aus welchen Gründen.

  12. User Gravatar
    Dänu
    October 10th, 2006 16:04
    12

    @Sam

    Die Möglichkeit die Dienstwaffe im Zeughaus einzulagern und nicht nach Hause nehmen zu müssen besteht bereits heute, jedoch auf freiwilliger Basis. Nur wird dies leider nicht kommuniziert.

    Die Probleme wie Stress am Arbeitsplatz, mangelnde Kommunikation, Vereinsamung müssten innerhalb der Gesellschaft angegangen werden, dann ist auch das Aufbewahren einer Waffe zu Hause kein Problem.

    Jedoch würde dies sehr viel Arbeit bedeuten und auch die Grösse bedingen, zuzugeben, dass bis anhin von Seiten der Politik und Gesellschaft einige Fehler gemacht wurden. Da ist es sicherlich einfacher das Waffengesetz zu verschärfen…

    Schlussendlich ist eine Waffe nur so gut oder so schlecht wie ihr Benutzer. Wenn die Waffe schon zu Hause aufbewahrt werden soll, muss auch die Ausbildung daran, innerhalb des Militärs wieder mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben werden.

    In diesem Sinne eine gute Zeit wünscht Dir
    Dänu

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