Unsere Hütte stand heute morgen noch, obwohl es in der Nacht ein paar Mal “rebelte”. Unser höchstes Ziel dieser Nacht war, nicht auf die Toilette zu gehen. Die Toilette war 50 Meter vom Haus entfernt und ohne Licht. Wir hatten keine Taschenlampe. Beide haben wir dieses Ziel erreicht. Zum Morgenessen hatten wir einen Mandelgipfel mitgenommen. Wir verabschiedeten uns von den Jägern und machten uns auf den Weg. Es war bewölkt und der Wind wehte immer noch sehr stark.Nun mussten wir zur Furcletta aufsteigen, um ins nächste Tal zu gelangen. Nach einer Stunde Aufstieg hatten wir den Übergang erreicht. Da die Wolken hoch waren, hatten wir eine gute Aussicht. Aber da der Wind sehr bissig war, wollten wir schnell weiter.

Nächstes Ziel war die Lenzerheide. Ein Wegweiser zeigte uns die Richtung an. Wir trotteten abwärts bis zum nächsten Wegweiser. Wir wunderten uns über eine Schafherde, die dort einen steilen Berghang hinauflief bis wir herausfanden, dass wir genau auch diesen Berghang hinauf mussten. Nun folgten wir also diesen Schafspuren. Langsam kämpften wir und im Zickzack den Berg hinauf. Im obersten Teil wurde es extrem Steil. Der Weg bestand nur noch aus Schotter, wo man schnell den Halt verlieren konnte. Auf der Seite ging es etwa 50 Meter steil den Berg hinab. Auf allen vieren kletterten wir diesen Weg hinauf, mit grossen Herzklopfen und kalten Händen zogen wir uns an den Steinen hoch. Es gab kein zurück. In dem Moment konnte ich nur noch beten, dass mir Gott bei jeden Tritt einen Engel hinstellt, damit ich nicht ausrutsche. Die Erleichterung war gross, als wir auf dem Bergkamm waren. Uns wackelten beiden die Knie.

500 Meter weiter auf dem Bergkamm und dann kam der Abstieg. Dieser führte uns zuerst wieder über einen steilen Schotterweg, der viel Konzentration brauchte, um nicht auszurutschen. Als wir diesen Hang hinter uns gebracht hatten, waren wir recht stolz auf unsere Leistung. Im Nachhinein ist es ein gutes Gefühl. Hier trafen wir auch wieder auf die Schafherde. Die Herde machte sich doch schon wieder auf den Weg zum nächsten Gipfel. Wir wählten nun lieber den Abstieg. Unterwegs entdeckte Martina ein Murmeli. Ein solches habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen. Auf diesem ganzen Weg haben wir keine Person angetroffen. Aber diese Ruhe und Abgeschiedenheit tut der Seele einfach gut. Der Weg führte und nun über Steinwege und grüne Wiesen. Bei dem schönen Wasserfall machten wir Mittagspause.

Danach kam noch der letzte Abstieg bis nach Lenzerheide. Nun rannten wir fast den Berg hinunter. Wir hatten beide den Knieschlotteri und konnten fast nicht mehr laufen, das ging rennen noch besser. Und jetzt sitzen wir im Zug uns sind auf dem Nachhauseweg. Durchgeschwitzt und müde aber zufrieden.