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Archive for October, 2006

Zurück von München

Tuesday, October 31st, 2006

Die Schulung verlief wirklich sehr gut. Viel besser als ich im Vorfeld gedacht hatte. Vor allem gefielen den Inderinnen die Tests jeweils zum Abschluss des Tages. Ich habe eine neue Erfahrung (ausserhalb meines Comfort Zones) gemacht. Das anschliessende Weekend mit Judith in München war superschön - vielleicht folgen hier noch einige Eindrücke aus dieser schönen Stadt mit den etwas unfreundlichen Leuten.

Jetzt bin ich also wieder hier. Gut. Es ist allerdings alles irgendwie dunkel geworden hier. München war heller.

Affenarsch II

Tuesday, October 31st, 2006

Da scheinbar wegen einem alten Beitrag einige Leute mit dem Suchbegriff “Affenarsch” diese Website finden, und auch in Anlehnung an die Stimmung hier im Büro seit der Bauer von nebenan es gerade mit “Güllen” krass übertrieben hat, hier was Kleines zum Schmunzeln.

Raser.

Monday, October 30th, 2006

LehrnfahrerDa wehrden doch Raser gezüchtet, oder? In dieser Farschule. Siehe Bericht bei 20min.ch.

Kilian, wo bist du?

Sunday, October 29th, 2006

Foto_102806_001.jpg Foto_102806_002.jpgHeute waren wir den ganzen Tag in München unterwegs. Vor dem Mittag besuchten wir die Nymphenburg. Das ist ein riesiges Schloss mit mehreren Gebäuden und Gärten ohne Ende. Verglichen damit erscheint jede Hollywood-Star-Villa als kleines Gartenhaus.

Den Nachmittag verbrachten wir auf den Münchner Strassen und in den unzähligen Shops.

Am Abend nahmen wir die S-Bahn ins Stadtzentrum. Es waren extrem viele Leute unterwegs. Bierhallen, Restaurants und Pubs waren vollgestopft. Hier gibt’s sogar ü60 Parties: Die Oldies treffen sich in ihren Pubs mit Volksmusik zum Bier.
Anstatt Ländler aus der Konserve wollten wir jedoch lieber etwas Livemusik. Im Veranstaltungskalender wählten wir das Kilian’s Irish Pub, dort sollte es neben einem Bier auch noch eine Band geben.

Es ist jedoch eine schwierige Aufgabe, eine Beiz in München zu finden, von der man nur den Namen kennt. Sam fragte einen Polizisten, der gerade einen Strafzelltel ausfüllte: “Wissen Sie wo Kilians Irish Pub ist?” Er rief seinem Kollegen: “He, du kannst doch Englisch”. Als ich die Frage wiederholte, schaute mich der Polizist verwundert an: “Ach, das war Deutsch?” Sie kannten zwar das gesuchte Pub nicht, erklärten uns jedoch in welchem Viertel wir das Pub und vor allem Livemusik am ehesten finden könnten.

Mit der U-Bahn fuhren wir zur Münchner Freiheit. Dort fragten wir weiter. Nun sollten wir den Kilian finden. Der Weg führte uns zu drei verschiedenen Irish Pubs, im richtigen Viertel waren wir also. Nur Kilian war unauffindbar.

Bild(45).jpgNachdem wir unseren Hunger bei einem Mexikaner gestillt hatten, setzten wir uns ins Shamrock Irish Pub, dort spielte “Bongo Fury” offiziell “Rocksongs aus den letzten drei Jahrzehnten”. Die vierköpfige Band präsentierte zwar auch Songs aus den 50-er Jahren. Die Jungs waren jedoch nicht mehr die Jüngsten, haben also womöglich ihren Musikstil vor 30 Jahren festgelegt, und das Hochzählen vergessen :-).

Bild(46).jpgNun sitzen wir in der Hotel-Lounge, löschen für heute den letzten Durst und lassen unsere müden Beine baumeln.

My Girl came to town

Friday, October 27th, 2006

Gestern abend ist Judith dann tatsächlich in der richtigen Stadt angekommen (nicht, wie sie schrieb, in Berlin). Ich habe jetzt Mittagspause, noch einen halben Tag Schulung vor mir - alles gut gegangen. Jetzt rennt aber in der Zwischenzeit meine Dame mit unserer Kreditkarte in der Stadt rum. Hmm. Etcetera.

Das neue Glotzkistchen

Thursday, October 26th, 2006

Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer.
Marcel Reich-Ranicky, dt. Literaturkritiker, 1920

fernseher.jpgVor einigen Tagen bin ich auf dieses Zitat gestossen. Mein Arbeitskollege hat mir darauf erzählt, dass “die Sesamstrasse” und “die Sendung für die Maus” damals für Kinder gemacht wurde, deren Eltern nicht oft Zuhause seien. Diese Fernsehserien sollen den Kindern auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln. Untersuchungen haben später ergeben, dass diejenigen Kinder, welche diese Sendungen alleine geschaut haben, praktisch nichts gelernt haben. Andere Kinder haben die Sendung mit den Eltern geschaut und dabei konnten sie einige Lerninhalte aufnehmen.
Ich will hier keine Hommage an die Glotzkiste schreiben. Wir hatten zwei Jahre keinen Fernsehanschluss und ich habe ihn nicht vermisst. Mit dem Einstieg in die Medienarbeit wurden wir wieder Kunden der Billag :-).

Übrigens schauen die Schweizer im Vergleich mit anderen Europäer sehr wenig fern. Und Spannend ist, dass die jüngeren Leute immer weniger in die Glotze gucken (dafür mehr in den PC….).

Mit meinen 30 Jahren gehöre ich da wohl noch zu dieser jungen Generation: Ich finde es sehr praktisch, dass man heute immer mehr Sendungen auf dem Internet schauen kann. So wähle ich selber meine Zeit und kann auch nur Stücke aus einer Sendung anschauen.

Der neuste Renner: Heute fahre ich nach Berlin München. Da bin ich ziemlich lange unterwegs. Nun habe ich Podcasts vom Schweizer Fernsehen heruntergeladen und auf eine Erweiterungskarte gepeppt. Mit einem Gratisprogramm aus dem Internet kann ich nun unterwegs Fernsehsendungen auf meinem Palm anschauen. Und das ist alles legal und gratis. Wird diese Welt nicht immer grosszügiger….
PS: Ich habe natürlich für die Reise auch ein Buch dabei :-)

Schulung in München

Monday, October 23rd, 2006

MünchenDa sitz ich also. Hab den ersten Tag der SSL Schulung in München praktisch hinter mir (muss morgen noch vorbereiten) und mein Hals kratzt. Die Anreise ging prima - Rapperswil-St.Gallen … St.Gallen-München. Weil momentan auch gerade die Systems in München stattfindet, hat’s für mich nur noch knapp Platz (in einem “schattigen” Viertel) gehabt. X Hotels abgeklappert (also im Vorfeld) und knapp noch ein Zimmer im Hotel Ibis gekriegt.

Am Morgen 4 Stationen mit der S-Bahn und vom Rosenheimer-Platz ein paar Schritte und schon war ich bei Sapient und die Schulung (mit 2/3 Inderinnen) konnte beginnen. Meine Herausforderung: wie bringe ich ihnen Material, das in einem Tag erklärt ist, in 5 Tagen bei - wenn sie es sowieso schon wissen? Hmm.

Die Auswirkung ist: wir haben massiv viel Zeit.

Ich lerne daraus:

  1. im Vorfeld genauer abklären, was die Leute drauf haben (keine Ahnung aber, was ich mit dieser Info dann gemacht hätte, die Politiker haben entschieden, die Schlung von 4 auf 5 Tage zu strecken)
  2. wenn Inderinnen den Kopf schütteln, meinen sie “ja”

Ich ordne mein Leben

Saturday, October 21st, 2006

ordne_dein_leben.jpgHeute habe ich mit dem Buch “Ordne dein Leben” von Gordon MacDonald begonnen. Mit unserem Umzug hat ein neuer Lebensabschnitt angefangen und diesen möchte ich irgendwie bewusst durchleben. Wie in andern Beiträgen schon beschrieben, war vor allem für mich die Ankunft hier nicht ganz leicht. Plötzlich sind alle Freunde, Bekannte und Familie weit weg. Mit dem Wohnortwechsel haben wir auch die Evangelische Gemeinde Bremgarten verlassen. Viel von meiner Freizeit floss in die Mitarbeit in der Kirche (Band, Gottesdienstgestaltung u.a.). Nun habe ich hier kein Engagement mehr und bin am Abend meistens Zuhause. Das fällt mir sehr schwer. Am liebsten würde ich mich gleich wieder irgendwo investieren. Aber ich weiss, dass diese ruhige Zeit gut und eine “Schulung” ist für mich.

Gordon MacDonald beschreibt in seinem Buch zwei Welten: Die äussere, öffentliche Welt besteht aus Arbeit, Besitz, Spiel und Bekanntschaftem, dem sozialen Netz. Die innere Welt ist mehr von geistlicher Natur, es ist das Herz, wo meine Werte festgelegt werden, ein Ort der Stille und Besinnung. In unserer Welt ist es vor allem wichtig aus der äusseren Welt etwas zu machen. Wenn diese jedoch zusammenbricht, zeigt sich erst, wie stark die innere Welt ist.

Durch den Umzug ist meine äussere Welt ziemlich zusammen gebrochen. Automatisch wurde ich mit meiner inneren Welt konfrontiert: Was ist noch da, wenn viele meiner Lieben plötzlich nicht mehr neben mir sind. Wer bin ich, wenn mich niemand kennt und “braucht”. Was gelte ich, wenn ich keine Aufgabe habe? Das sind wichtige Fragen. Und ich denke es ist Zeit, dass ich mich diesen Fragen stelle. Danach werde ich gerüstet sein für neue Aufgaben an diesem neuen Ort.

Zitat von Ralph Waldo Emerson:

In dieser Welt ist es sehr leicht, nach der Überzeugung der Allgemeinheit zu leben, so wie es in der Abgeschiedenheit sehr leicht ist, nach unser eigener zu leben; derjenige jedoch, der sich inmitten der grossen Menge den Genuss der Unabhängigkeit der Abgeschiedenheit bewahrt, beweist wahre Grösse.

Jassen ist Trumpf

Saturday, October 21st, 2006

jasskarten.pngSam und ich jassen gerne ab und zu mit Freunden. Ich bin mit dem typischen Schweizer Spiel aufgewachsen, Sam hat es vor einigen Jahren noch gelernt. Nun hatte es am Donnerstag einen interessanten Artikel im Tagi zum Jassen. Das Kartenspiel wurde im Mittelalter völlig gottlos und unchristlich genannt. Es wurde sogar verboten. Brettspiele wie Schach waren erlaubt, da sie “taktisches Geschick” brauchen. Aber Würfel- und Kartenspiele brauchten Glück und Glücksspiele waren vom Teufel.

Beim Jassen kommt noch ein politische Element dazu, was ich recht witzig finde. Claudia Engler beschreibt, dass die Karten etwas Anarchisches hätten. Beim Jassen kann der Bauer stärker als der König werden und ihn schlagen. Dadurch werden Hierachien durcheinander gebracht.

Deshalb verstehe ich auch, warum bei meinen Verwandten das Jassen so wichtig ist: Meine Grosseltern waren Bauern. Sam ist dafür ein Schach-Freak. Er lernte das Spiel von seinem Vater und war sogar im Schach-Club. Da müssten wir sein Wurzeln vielleicht auch mal genauer verfolgen ;-).

Macht oder Vollmacht?

Wednesday, October 18th, 2006

Am Sonntag bringt das Schweizer Fernsehen in der Sternstunde Religion einen Film zum Thema: Gottes neue Armee - Eine Kaderschmiede für amerikanische Spitzenpolitiker.

Der Pressetext zur Sendung beginnt mit folgenden zwei Sätzen:

Der Verfassung nach sind die Vereinigten Staaten ein säkularer Staat. Doch mit wachsendem Erfolg nehmen evangelikale Kreise Einfluss auf die amerikanische Politik, und ihr Ziel ist klar: Sie wollen an die Macht….

(hier zum ganzen Pressetext)

Wird hier etwas nur polarisierend dargestellt, oder ist es wirklich das oberste Ziel der Christen politisch an die Macht zu kommen? Soll dieses Ziel von den Christen angestrebt werden? Mein Inneres widerstrebt diesem Gedanken.

Gott wird in der Bibel als mächtig beschrieben, Ihm gehöre sogar alle Macht. Das ist für mich ein beruhigender Gedanke. Es bedeutet für mich, dass Gott diese Welt und mich nicht aus den Augen verliert. Er sorgt für mich, weil Er Gutes für mich möchte. Macht im Bezug auf Menschen hinterlässt bei mir eher ein negatives Gefühl, da der Mensch nicht damit umgehen kann. Und wie ging Jesus mit Macht um? Es heisst in der Bibel, er habe die göttliche Gestalt zurück gelassen und habe “Knechtgestalt” angenommen. Als Knecht/Diener hat er auf dieser Welt gelebt. Er sprach sehr wenig über Macht, bei den wenigen Ausnahmen ging es um die Macht über die Dämonen. Jesus kämpfte jedoch nicht gegen die römische Besatzung in Jerusalem, auch wenn sich einige seiner Anhänger das wünschten. Vollmacht kam im Vokabular von Jesus viel öfters vor.
An einem Seminar hat Alan Hirsch mal diese interessante Aussage gemacht:

Präsident Bush hat Macht, Mutter Theresa hat Vollmacht.

Definition von Vollmacht:

Verliehene oder übertragene Gewalt, eine Obrigkeit, der ihre Macht von höherer Stelle übertragen ist, zu unterscheiden von Kraft, Macht und Stärke.

Fazit: Ich möchte nicht nach Macht streben, sondern Vollmacht erbitten und damit Gottes Traum für diese Welt umsetzen: Not lindern, Traurige trösten, Kranke pflegen…Menschen lieben. Es ist eine riesige Herausforderung! Doch es scheint mir der Weg zu sein, um diese Welt mit der Liebe Gottes zu “durchtränken”.