Blood Diamond

Seit Ende Januar läuft der Film “Blood Diamond” im Kino. Der Hintergrund der Geschichte ist der Bürgerkrieg in Sierra Leone, der von 1991 bis 2002 tobte. Rebellen führten eine blutigen Krieg gegen die Regierung. Dank den verkauften Blutdiamanten konnten die Rebellen Waffen kaufen.
Die Brutalität dieses Bürgerkrieges wird einem in Blood Diamond knallhart vor die Augen geführt: Frauen und Kinder werden niedergemetzelt, Dörfer verbrannt, junge Männer zur Arbeit in den “Diamantenminen” versklavt, den Jungs die Hände abgehackt. Auch das düstere Kapitel der Kindersoldaten wird aufgeschlagen: Kinder, die zuerst verschleppt und dann einer totalen Gehirnwäsche unterzogen werden. Zurück bleibt Betroffenheit und Hilflosigkeit, eine fiktive Geschichte in einer realen Welt…
Wenn die Diamantenbranche der westlichen Welt die Blutdiamanten damals boykottiert hätten, wäre der Krieg wahrscheinlich schneller vorbei gewesen.
Unterdessen wurde ein internationales Zertigfizierungssystem gegründet, welches Konfliktdiamanten vom Markt fernhalten soll. Die Kontrolle ist vor allem auch wichtig für Länder, die “saubere Diamanten” verkaufen. Ein völliger Boykott würde einigen afrikanischen Ländern schaden. In Botswana beispielsweise ermöglicht der Diamantenverkauf den Kindern einen kostenlosen Schulbesuch.
Durch die Zertifizierung wurde der illegale Handel eingedämmt, aber nicht beseitigt. Ein UN Untersuchung berichtete im Herbst 06, dass aus der Elfenbeinküste “Blutdiamanten” im Wert von 23 Millionen Dollar geschmuggelt und als “konflikfrei” zertifiziert wurden. Schwache Kontrollen von Regierungen machen das möglich.
In der Schweiz wurde ein Ethik Codex ausgearbeitet, der Juweliere zu verantwortungsvollem Umgang mit Diamanten verpflichten soll. Das System beruht jedoch nur auf Freiwilligkeit. Wer also einen Diamanten kauft, sollte auch Selbstverantwortung übernehmen: Fragt beim Juwelier nach, wie sich das Geschäft gegen den illegalen Handel wehrt und lasst euch eine schriftliche Garantie geben, dass die Steine konfliktfrei sind.
Quellen: Tagi, Amnesty International








February 5th, 2007 22:39
Braucht man eigentlich Diamanten?
February 6th, 2007 16:14
Das habe ich mir auch überlegt. Das ganze ist eine rechte “Prestige-Sache”. Männer beweisen mit Diamanten ihren Frauen die Liebe…Ich froh, dass Sam da andere Ideen hat:-). Und Frauen fühlen sich irgendwie schöner mit Diamanten oder was auch immer. Ich habe auch einen Diamanten in meinem Ehering, wenn ich ehrlich bin, weiss ich gar nicht mehr so genau warum. Vielleicht weil der Stein den Ring doch zu etwas besonderem macht…Ich hoffe, es klebt kein Blut daran.
February 6th, 2007 17:19
Künstliche Diamanten sehen doch unter 95 % aller Umstände gleich aus und würden den Ring auch zu “etwas Besonderem” machen. Theoretisch kämen wir sicherlich ganz gut aus mit Swarovski und Co.
February 6th, 2007 23:01
Bin grundsätzlich Deiner Meinung. Wenn aber Reiche Menschen mit dem Kauf von “sauberen Diamanten” Schulen in Afrika finanzieren, finde ich das ok.
February 6th, 2007 23:08
Jo, klar, dass es nicht ok wäre, hab’ ich ja auch nicht gesagt. Nur: Schulen in Afrika kann man auch ohne Diamanten finanzieren.
Da kauft einer für 1’000 Franken einen Diamanten, an dem der Fachhändler, der Importeur, der Transporteur, der Grosshändler, die Veredlungsfirma, die Broker und die Bergwerke etwas verdienen. Die 10 Franken, die dann noch übrig sind, gehen an die Schule. Oder wie sieht das aus?
Für mich ist jemand, der den Kauf eines Diamanten mit der Aussage begründet, er/sie würde damit eine Schule in Afrika finanzieren, eher unglaubwürdig.
February 9th, 2007 16:16
Wer eine Schule in Afrika unterstützen möchte kann das Geld sicher besser auf direkterem Wege spenden. Es geht mir nur darum, dass ich nicht die Überzeugung verbreiten möchte, dass man gar keine Diamanten mehr kaufen sollte, weil an allen Blut klebt. Das ist doch wie bei den Bananen: Da arbeiten viele für Hungerlöhne auf den Bananenplantagen, aber es gibt Alternativen dem entgegen zu wirken: Max Havelar Bananen. Da verdient auch der Importeur, und der Grosshändeler usw. noch sein Geld daran, trotzdem hat der Bananenpfücker einen faireren Lohn. So funktioniert die Wirtschaft, alle müssen irgendwie etwas verdienen und sonst müssten wir alle wieder autarke Bauern oder Jäger und Sammler werden. Und wahrscheinlich hast Du ja auch schon etwas gekauft, dass Du nicht zum überleben brauchtest, aber es Dir einfach gefiel. Und andere Leute mögen Diamanten, sollen sie doch…
February 14th, 2007 22:41
[...] sind wir verantwortlich dafür, möglichst Produkte zu kaufen, die “sauber” sind. Keine Blutdiamanten, keine “Blutpelze”, kein “Blutorangensaft” – lieber Fair Trade [...]
October 25th, 2007 14:32
Schön, dass du diese Thematik aufgreifst und nicht einer der Zuschauer des Films bleibst, die weiterhin mit verschlossenen Augen durch die Welt laufen. Ich hoffe, dass auch weiterhin viele diesen Blogeintrag hier lesen, denn es ist nach wie vor brandaktuell!
Grüße
Juna
October 27th, 2007 11:34
@Juna. Wie meinst Du branaktuell? Hast Du weitere Infos dazu, von wo solche Blutdiamanten noch in den weltweiten Handel gelangen?