Unser Auto hatte in den letzen Wochen einige Überraschungen für uns bereit. Als vor einer Weile der Schnee bis ins Flachland fiel, war unser Passat nicht nur eingeschneit, sondern auch zugefroren. Das heisst, die Hintertüren waren vereist, die Vordertüren waren vermurkst und ich musste durch den Kofferraum einsteigen. Der Garagist stellte das gute alte Gefährt für zwei Stunden an die Wärme, danach machte es bereitwillig alle Türen wieder für uns auf.
Als ich nun letzte Woche nach der Arbeit nach Hause wollte, liess sich die Fahrertür erneut nicht mehr öffnen. Diesmal konnte ich wenigstens zur Beifahrertür einsteigen. Ich holte Sam im Geschäft ab und wir fuhren in unserem halbverschlossenem Passat heimwärts. Auf der grossen Kreuzung Hinwil stellte ich vor dem Rotlicht den Motor ab – wer dies konsequent tut, spart ca. 50 Liter Benzin im Jahr und verringert den CO2 Ausstoss erheblich. Unser Wagen fand diese Idee so gut, dass er den Zustand gleich beibehalten wollte und den Motor nicht mehr anspringen liess, und das im Feierabendverkehr!
Erstaunlich war, dass kein einziger Autofahrer hinter uns zu hupen begann. Sam schob also unseren Passat zur vor uns liegenden Strasseninsel, damit die Automobilisten an uns vorbei fahren konnten. Ich sass hinter meiner verschlossenen Türe und lenkte uns “ans Land”.
Ein barmherziger Autofahrer stoppte und fragte, ob er helfen kann. Der Unterstützer selber hatte einen verletzten Fuss und hinkte mit Stöcken hin und her, um uns beizustehen. Er winkte einige Autos vorbei und wendete nachher sein eigenes Automobil mitten auf der Kreuzung und parkierte auf unserer Insel. Nun konnten wir den Motor überbrücken und die Karre sprang wieder an. Unser heldenhafte Retter manövrierte sein Auto gekonnt zurück auf die Strasse und verschwand in der Dunkelheit (an dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön für die Hilfe). Nun fuhren wir ohne Radio, ohne GPS und keinen sonstigen Stromfressern ruhig nach Hause.
Seit dem letzten Samstag, sind nun, sam-sei-dank, alle Autotüren wieder offen.