Spenden mildern nicht immer die grösste Not.
Während dem Balkankonflikt wurde von der EU und der UNO ein riesiges Hilfsbudget zur Verfügung gestellt. „Mit diesem Geld hätte man jeder Familie einen Mercedes kaufen können“, sagt Duncan McLaren, Generalsekretär der „Caritas Internationalis“. Damit wollten Europäische Politiker eine grosse Flüchtlingswelle in die benachbarten Länder verhindern.
Im Gegensatz dazu fliesst zum Beispiel nach Guinea praktisch kein Hilfsgeld. Ein Drittel der Bevölkerung wurde in diesem westafrikanischen Land durch Kriege in die Flucht geschlagen. Weil die Flüchtlinge nicht uns bedrohen, interessieren sie nur wenig.
Mit dem Geld kommt die Inflation
Die ungleiche Verteilung von Helfern verschiedener Hilfsorganisationen bringt zum Teil noch grössere finanzielle Nöte in die krisengeplagten Länder. In Afghanistan haben sich in den letzten fünf Jahren gegen tausend Hilfswerke angesiedelt. Durch die hohe Kaufkraft der Westler sind die Preise für Nahrungsmittel und Wohnungen in Kabul explodiert.
Kein Grund zur Resignation
Resignation bringt uns nicht weiter. Das grosszügige Spendenverhalten sollten Herr und Frau Schweizer beibehalten. Es lohnt sich Hilfswerke zu unterstützen, die eine nachhaltige Arbeit in Länder aufbauen und die Not der Menschen am Ort im Mittelpunkt stellen. Oft sind es christliche Hilfswerke, sie seit Jahren Missionare vor Ort haben, und die komplexeren Probleme deshalb besser kennen. Durch die örtlichen Kirchen kann ein Beziehungsnetz mit den Einheimischen aufgebaut werden.
Helfer, die in spektakulären Aktionen Menschen vor dem Ertrinken retten und damit die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen, vollbringen zwar gute Taten, lösen schlussendlich jedoch nur wenige Probleme.