Muss mir Wohltätigkeit etwas bringen?

Irgendwie vibrierts gerade in mir.
Habe bei BloggingTom über absolut überteuerte Konzertticketpreise gelesen und gebe ihm dazu in allen Punkten Recht. Allerdings habe ich obengenannte Mühe mit dem meiner Meinung nach sehr westlich-egoistischen Denkweise “alles muss mir etwas bringen”. Ein Teil der Ticketpreise geht in die wohltätige Barbra Streisand Stiftung – Tom’s Aussage dazu “[...] nützt das dem Normalverdiener-Konzertbesucher herzlich wenig”.
Ja, es müsste klar definiert sein, wieviel konkret in die Stiftung geht – sonst ist das “Missbrauch der Stiftung” zur Gewinnmaximierung.
Ja, die Ticketpreise sind überteuert – wahrscheinlich machen die Stiftungsbeiträge fast nichts aus.
Aber nein, Wohltätigkeit muss nicht mir nützen, sondern denen, die es nötig haben.
Es ging Tom darum, dass die Stiftung nicht relevant sein kann für Leute, die sich das Ticket gar nicht leisten können. Trotzdem: dieser Punkt sollte nicht unbedingt als Kritikpunkt gelten. Wenn die holde Dame wirklich einen grösseren Betrag pro Ticket in eine Stiftung fliessen lassen will, so ist das ein Weg, aus ihrer Bekanntheit etwas Gutes für Bedürftige zu machen – es sollte doch gerade den (ehrlich meinenden) Promis gegönnt sein, im reiferen Alter nach einigen Jahren Bühnenbewährung nicht mehr nur entertainen zu wollen, sondern gleichzeitig einige Reiche indirekt zum Spenden zu bringen. Auch wenn dann halt nicht mehr jeder an das Konzert kann.
Ich kann nicht beurteilen, ob in diesem Fall alles richtig läuft und ob Barbra Streisand zu den “ehrlich meinenden” Promis zu zählen ist. Es geht mir aber ums Prinzip – wie man schön sagt.
Bin ich zu empfindlich, zu pingelig? Nein, ich glaube die “Was-nützt-es-MIR?”-Frage wird viel zu oft als die zentrale Entscheidungsgrundlage benutzt. Es muss da ein Umdenken stattfinden (der “sonst”-Nebensatz lasse ich mal weg) und dazu (u.a.) wären wir alle da.
Nicht böse gemeint, gäll.








May 28th, 2007 13:40
Easy, ich hab Deinen Post auch nicht als “böse” verstanden. Die “was-nützt-es-mir”-Frage stellt sich mir halt vor allem darum, weil ich bzw. meine Partnerin gerne an das Konzert gegangen wäre. Otto Normalverdiener wird mit solchen Preisen aber grundsätzlich ausgeschlossen (von den wenigen tieferpreisigen Tickets mal abgesehen). Da “nützt es mir” tatsächlich nix, wenn ein Teil der Einnahmen für gemeinnützige Zwecke genutzt wird.
Einverstanden bin ich mit Dir, dass Popularität gut genutzt werden kann, um bspw. Spenden zu sammeln und das ist eigentlich auch gut so. Schade ist dann aber wiederum, dass die Leute, welche der Dame z.B. mit Plattenkäufen, zur entsprechenden Popularität verholfen haben, nun quasi ausgeschlossen werden…
May 28th, 2007 14:19
…ja. Aber irgendwie tuts uns Schweizern doch auch mal gut, etwas nicht mal so Wildes aus finanziellen Gründen nicht machen zu können wie die anderen 95% der Weltbevölkerung…
(ich plädiere damit NICHT für hohe Ticketpreise)
May 29th, 2007 17:00
ich finde die Preise auch unverschämt. Die Römer haben es richtig gemacht und gegen die hohen Eintrittspreise protestiert – doch Frau Streisand hat Rom kurzerhand aus ihrem Terminkalender gestrichen – so kann es auch gehen
May 29th, 2007 17:26
Es würde mich echt interessieren, wieviel konkret an die Stiftung geht.