Praystation 2.0

Bist du aktiv auf deiner spirituellen Reise?
Im August 2006 schrieben wir über den von uns spontan gekaperten Gottesdienst zum Thema “Schöpfer in der Natur erkennen und Staunen”. Damals in Bremgarten. Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen, wir haben unser geographisches Umfeld komplett geändert, uns eingelebt – und waren somit wieder bereit, ein weiteres Experiment in dieser Richtung durchzuführen…
O2 – mal anders
Die Kirche, an der wir uns jetzt beteiligen, führt über den Sommer die Serie “Gott anders begegnen” durch. Wir wurden angefragt, in einem kleinen Team für einen dieser “Sunday Night Inputs” kreativ und organisatorisch dabei zu sein. Es sollte ein Abend werden, an dem statt Frontalunterricht (Predigt und Band) die Leute selbst aktiv mit allen Sinnen spirituelle Erfahrungen machen könnten.
Schlussendlich entstand ein “freier Parcours”. Nach einer 5-minütigen Erklärung am Anfang hatten die Besucher die Möglichkeit, nach eigenem Gutdünken verschiedene Stationen anzugehen, an denen neben einer Erklärung mit inspirierenden Worten aus der Bibel jeweils etwas Handfestes die verschiedenen Sinne ansprechen sollte.
Zwischendurch ein paar Eindrücke:
Die verschiedenen Stationen
- Gebetsmauer – Gebete aufschreiben, aufrollen, in Spalten stecken
- Hören – Bibeltexte 1:1 ab CD. Zum Chillen und einwirken lassen
- Natur – Wüstenrose, die aufgeht, Naturvideo auf Leinwand
- Fürbitte – Zeitungsausschnitte, Anregungen zum Beten für die Welt, Bekannte, Freunde
- Thron – Gott ist heilig – trotzdem haben wir Zugang (dank Jesus)
- Malen – Gott in seiner & meiner Kreativität begegnen, Inspiration
- Stille – Sitzsäcke und Armee-Gehörschutz “Pamir” – Gott hören, wenn alles andere (mal endlich) schweigt
- Kreuz/Schredder – Vergebung: Negatives/Schuld aufschreiben und beim Kreuz durch den Schredder lassen
- Abendmahl – Brot & Wein & Trauensaft. Gedenken an die Befreiung durch das Kreuz
- Fusswaschung – Dienen & Gott im Anderen begegnen
- Bar & Bistro parallel offen – für ein Gespräch oder für die, damit “flüchten” wollen
- Überall auch einfach Sitzgelegenheiten zum “einfach sein” bzw zusehen
Fazit/Rückblick
Während in neuen Kirchen solche aktive “spirituelle Treffen” längst regelmässig stattfinden, ist es für “Neulinge” natürlich gewöhnungsbedürftig. Wir hatten nicht erwartet, dass alle von 0 auf 100 in 5 Minuten dabei sein könnten – was auch OK war in der Reihe “mal anders”. Bloggers fordern ja auch gerne heraus.
Von der Aktivität war ich dann sehr positiv überrascht und auch tief berührt. Viele positive Stimmen haben dann ermutigt, auch in Zukunft mal wieder sowas zu wagen. Einzelne blieben an einer Station hängen und hatten in einer kleinen Gruppe zusammen einen Mini-Gottesdienst. Man könnte genau das Gleiche auch gerne wiederholen, um auch die anderen Stationen auschecken zu können – war dann der Wunsch.
Empfehlung für eine “Old School Kirche”, die mal sowas machen will
Bitte nur durchführen, wenn der Groove der Kirche sowas zulassen könnte
Es ist eine neue Erfahrung für viele – es braucht Mut und Bereitschaft, nicht einfach nur eine weitere schöne Predigt abzuhängen. Man ist aktiv – für viele Gottesdienste ist das leider neu.
Wenn man in regelmässigen Abständen sowas durchführen möchte, kann es durchaus ein guter Einstieg sein, offiziell den gleichen Parcours mal 4x (zum Beispiel 1x monatlich) durchzuführen. Beim ersten Mal ist zuerst ein kleiner Kulturschock zu erwarten plus ein paar VJs, die alles filmen und so nicht gerade mithelfen, die Hemmschwelle zum aktiven Teilnehmen tief zu halten.
Aufwand?
Auch wenn das alles ziemlich aufwendig zu sein scheint – es war gut machbar. Für regelmässige “Reisen” in dieser Art würde ich aber noch etwas zurückschrauben. Man kann mit einfachen Mitteln grossen Symbolwert erzielen. Zum Beispiel ist es nicht schwer, einen Schredder aufzustellen und Papier bereitzustellen. In unserem Fall musste keine Band vorbereiten, kein Prediger predigen – es fallen auch gewisse Aufgaben weg.
Andere Erfahrungen? Tipps?
Gerne höre ich von anderen praktischen Erfahrungen. Zwischendurch hat mich an den postmodernen Krichenblogs gestört, dass neben einer gewaltigen Ladung Theorie nur wenig Praxis durchschien. Point me to real life blogs. Was waren deine Erfahrungen – als Teilnehmer, als Organisator?
Links zum Thema








July 29th, 2007 18:41
FEG Rappi? Seisch em René Christen mal en Gruess.
July 30th, 2007 09:46
@Paddy: kennst du den?
(wir sind aber im O2 mehr angesiedelt [Gottesdienst für Junggebliebene am Abend] und somit eigentlich nie am Morgen dort – René ist aber eben am Morgen dort. Wir haben mal mit ihm gesprochen aber sonst keinen Kontakt…)
July 30th, 2007 09:57
yep, von ganz, ganz viel früher… feg wetzikon.
July 30th, 2007 10:08
Interessant! Wohin hat dich deine spirituelle Reise nach der FEG Wetzikon bzw allenfalls nach den Kirchen im Allgemeinen geführt? (ich werte nicht, gäll, ist manchmal ein heikles Thema)
July 30th, 2007 10:43
aha, jetzt ist das auch ein forum?
chrischona pfäffikon, lediglich aus praktischen überlegungen, aber nicht mehr wirklich aktiv. häufig auch nicht mal passiv. kirche hat für mich an stellenwert verloren.
July 30th, 2007 11:43
“Kirche” im Sinn von “Gebäude”? Kann ich nur gut verstehen… oder meinst du der Inhalt im Allgemeinen?
Kennst du per Zufall Moni und Kurt Baumberger? Ich glaube, die waren irgendwo auch in Pfäffikon unterwegs (jetzt aber irgendwo bei Aarau, denk ich mir mal)
August 14th, 2007 14:30
hab vor einiger zeit ein referat mit dem namen “autonom spirituell sein” gehört. nun ist das skript dazu auf dem netz:
http://www.theologie.uzh.ch/fa.....ituell.pdf
ab seite 17 wirds spannend bezüglich gebrauch von symbolen im gottesdienst (wenn man – wie das halt bei dozenten notwendig zu sein scheint – bereit ist, einige unverständlichen fremdwörter zu übersehen).
gruss