
Vor kurzem habe ich über die Ausstellung von World Presse Foto geschrieben und was die Bilder bei mir
ausgelöst haben. Ein Bericht über Pol Pot in der Weltwoche hat wieder dieselben Fragen hervorgerufen: Warum gibt es soviel Elend? Von wo kommt das Böse auf dieser Welt? Wie ist der Mensch zu so viel Gewalt fähig?
In der Weltwoche las in einen zweiteiligen Bericht über Pol Pot , „den Mann, der sein Land in ein Todeslager verwandelte“. Unglaublich, welches Leid er über sein Volk brachte. Willkürlich tötete er Menschen und reduzierte die 7,5 Millionen Einwohner von Kambodscha um einen Viertel.
Oft haben kriminelle Täter eine schwierige Vergangenheit, wurden selbst früher zum Opfer. Pol Pot hatte eine leichte, fast privilegierte Kindheit. Seine Biographie gibt keine Hinweise, warum er sich zu einem Massenmörder entwickelt hatte.
Der Weltwoche Autor Eugen Sorg schreibt dazu folgende Gedanken:
„ Das Böse braucht offenbar keine Grund, keine Ursprungsdemütigung, keinen kranken Persönlichkeitskern. Es ist stärker als die Umstände, und es lebt in jenem winzigen Zwischenraum der Freiheit, der jedem Menschen gegeben ist und der ihm die Wahl überlässt, sich für das Gute oder das Böse zu entscheiden. Dies meinte auch der abgründige französische Anwalt Jacques Vergès, der in den fünfziger Jahren mit der künftigen Roten-Khmer-Führung befreundet war, als er formulierte, was den Menschen vom Tier unterscheide, sei das Verbrechen.“
Ist das der freie Wille des Menschen, sich für ein Verbrechen zu entscheiden? Oder liegt das Problem tiefer? Wie kann die Welt für alle Menschen ein besserer Ort werden?
Weitere Links:
Mehr Infos zu Pol Pot in Wikipedia
“The killing fields” – Ein Reporter landet im Arbeitslager der Roten Khmer