
Das Foto ging um die Welt. Als ich das Bild das erste Mal sah, las ich von Kriegstouristen. Später wurde die Aussage korrigiert: Junge Libanesen kamen mit ihrem Auto zurück in ihr zerbombtes Quartier.
World Press Foto zeichnete es als das beste Pressefoto 2006 aus. Als Plakat und Werbeflyer weist es nun auf eine Ausstellung in der Sihlcity hin. Dort sind noch bis am 7. Oktober 2007 weitere preisgekrönte Pressefotos zu sehen.
Entblössende Bilder
Ich habe die Ausstellung heute besucht. Die Stellwände mit den vergrösserten Bilder zogen mich in ihren Bann. Am Anfang der Ausstellung sind unglaubliche Aufnahmen, welche das Elend auf dieser Welt schonungslos aufdecken. Der Krieg im Irak, das Elend der Bevölkerung in Darfur, die Gewalt im nahen Osten verursachten einen Klos im Hals und Übelkeitsgefühle im Magen. „Wieso, warum, woher…?
Leichte Kost
Der hintere Teil der Ausstellung entspannte mich wieder. Schnappschüsse aus dem Sport mit fliegenden Fussballern und einem dampfenden Rugbyspieler. Wunderschöne Tierbilder liessen mich wieder über die Welt staunen. Wobei einige daran erinnerten, dass der Jagdinstinkt ebenfalls recht blutige Situationen hervorrufen kann.
Zwei Welten
Ein Bild dazwischen faszinierte mich besonders: Zwei gestrandete Afrikaner liegen im Sand irgendwo auf Teneriffa. Dazwischen kniet eine Frau, die an ein soeben aus dem Wasser gestiegenes Bondgirl erinnert. Liebevoll kümmert sie sich um den Schwarzen links von ihr.
Empfehlung
Der Eintritt für die Ausstellung kostet 9 Franken, für Studenten 5. Ein Besucht lohnt sich, aber nicht als Familienausflug mit Kleinkindern.
Wer den leichten Teil am Schluss möchte, sollte die Ausstellung von vorn nach hinten durcharbeiten. Ich habe eher einen Rundgang gemacht und bekam am Schluss nochmals recht deftige Bilder zu sehen.
Weitere Links
Ausstellung im Papiersaal in der Sihlcity
Einige der Bilder sind in der Galerie von World Press Photo zu sehen
Keystone, brachte die Ausstellung nach Zürich