Big Bad Brother

Google fängt früher als erwartet an, die dunkle Seite zu zeigen. Meinen sie ächt, sie hätten schon die absolute Macht erreicht?
Kann sein - und vielleicht eigentlich stimmt es auch. Es soll mir einfach niemand mehr kommen und sagen Microsoft sei böse (was ich nicht grundsätzlich verneinen würde) und selber 7 Google-Dienste im täglichen Gebrauch haben.
Ist Google böse?
Naja, es kommt natürlich auf die Definition von “böse” an. Tatsache ist aber: sie haben es immer weniger nötig, gegenüber ihren Abhängigen lieb zu sein. Ist “nicht lieb” eine Definition für “böse”?
Die PageRank-Abstrafungen
Man kann von den PageRank-Abstrafungen der letzten Wochen halten, was man will. Google muss in Bewegung bleiben, den Indexwert zu erhalten. Viel Geld ist mit einem Top-Ranking zu holen. Entsprechend viele Leute streiten sich um die vorderen Reihen. Und wo Geldgier spielt, zocken dubiose Methoden gerne mit. Dass Google irgendwie handeln muss - und dabei Leute, die von solchen Methoden (ob bewusst oder nicht) profitiert haben Einbussen erleiden - ist klar.
Fehlende Kommunikationskultur
Mehr Mühe habe ich mit der Kommunikationskultur von Papa G. AdSense-Publishers werden rausgeschmissen - ohne ausreichende Möglichkeiten, den Entscheid anzufechten. Antwort auf Fragen nach dem Grund kriegen die Leute meist in standardisierter Form. Etliche wurden ohne eigenes Fehlverhalten gekickt. Das kann schon mal eine Existenz bedrohen.
“Selber schuld, wer nur von Google abhängig ist” - diese Aussage kann ich nicht ganz gelten lassen: wirklich gute, alternative Einnahmensmöglichkeiten gibt es meines Wissens noch nicht. Auch wenn wie in meinem Fall “nur” etwas weniger 50% der Einnahmen meiner Websites durch AdSense kommen - ein plötzliches Wegfallen dieses Anteils würde ernsthafte Konsequenzen für den Betrieb der Servers haben.
Schutz unserer vielen, vielen Daten
Obwohl Google uns zusichert, dass unsere persönlichen Daten bei ihnen am sichersten aufbewahrt sind, werden Stimmen laut, die wegen ungenügender Schutz der Privatsphäre klagen. Oder Google gibt Forderungen einer Regierung, die gegen die freie Meinungsäusserung vorgeht, mehr Gewicht als diesem Menschenrecht. Hmm. Auch in diesem Fall wieder: Kontaktaufnahme mit Google war sogar in diesem recht ernsthaften Fall nicht wirklich möglich. Rivale Yahoo gibt kein wesentlich besseres Bild ab.
Zuviel Macht an einem Ort ist einfach ungesund.
Alternativen zu den Google-Diensten?
BloggingTom, ein vom Google-Schicksal geschlagener Blogger, startet eine Blogparade zum Thema “Alternativen zu den Google-Diensten“. Auch an etlichen anderen Stellen breitet sich Unmut über den bisher eher geliebten Riesen Google aus. Ich hoffe, innovative Alternativen können davon profitieren - auf dass die Online-Welt wieder farbig wird.
Als ersten Action-Step habe ich aufgrund des Paraden-Beitrags von Roman meine Search-Engine im Firefox auf ask.com umgestellt und den Google Toolbar mit dem PageRank-Plugin ersetzt.







November 22nd, 2007 17:16
ich habe auch mal auf ask.com umgestellt..
googlemail werde ich bald durch roundcube ersetzen, dann bräuchte ich nur noch eine coole web-alternative zu google-talk..
November 22nd, 2007 18:46
Google auch noch Rememberthemilk schlucken würde und mein Google-Login mich auch da reinbringt…
Okay, persönliche Daten habe ich auch in meiner GMail-Inbox. Aber was kann mir da genommen werden? Und warum würde jemand das tun? Ich habe nicht meine ganze Persönlichkeit da deponiert, nur E-Mails. Wenn eine Software meinen Mailinhalt benutzt um farbige Erotikwerbung durch personalisierte Textwerbung zu ersetzen, tja, damit kann ich leben. Die Google-Maschinen wissen (ebenso wie mein Provider und Arbeitgeber wissen), was ich suche und finde (und surfe), das ist mir bewusst, aber dafür habe ich gratis Google History, was ich oft brauche und sehr nützlich finde. Ich benutze auch Kreditkarten, ein Mobiltelefon, bezahle Steuern (siehe verlorene CDs in UK!) und bin im Telefonbuch (warum auch immer?!)…. risky
Ich möchte Google nicht hochjubeln. Ich finde es aber seltsam, bei so vielen frustrierten Usern die sagen sie werden aufhören Google zu benutzen. Vorallem (ich kehre es jetzt um), wie kann jemand, der Windows benutzt, Google kritisieren? Warum nicht einfach aufhören, statt zu jammern? Niemand zwingt mich MS zu benutzen, niemand zwingt mich Google zu benutzen, niemand zwingt mich Sauerkraut zu essen, ins Militär zu gehen, Benzin zu kaufen, …
Vergleicht man was beide Riesen machen und gemacht haben… unterschiedlicher geht es fast nicht. Zählen Qualität, die Ideologie und das Preisleistungsverhältnis etc. nicht? Aus meiner Perspektive ist ein weiterer grosser Unterschied dieser: Google erspart mir Kosten durch kostenlose, konkurrenzfähige Software-Alternativen. Microsoft nimmt Geld von mir. Das ist für mich ein Unterschied.
Hat man sich einfach an das Übel von Windows gewöhnt? Vielleicht irre ich mich, aber ist es nicht so, dass jeder Dollar von mir, den ich Google gebe freiwillig ist? Kann ich nicht kostenlos von unzähligen Tools profitieren oder auch nicht, wie’s mir gerade passt? Dank Google und den Firmen, die Geld fliessen lassen? Ist es nicht so, dass jeder Dollar, den ich bei Google verdiene, dank Google verdient werden kann. Was soll mich ein Pagerank interessieren? Den Pagerank gibt mir Google, das Geld auch. Ich muss beides nicht nehmen…
Ich bleibe gerne bei den Google Produkten. Im Moment. Wenn’s mir nicht passt, dann gehe ich einfach weg. Die Chance ist gross, dass ich von den Google Produkten mehr profitieren kann als mir Schaden angerichtet wird durch meine persönlichen Daten auf Google Servern. Also passt’s mir.
Weiter finde ich die ernstzunehmende Konkurrenz zu Microsoft super: Grössere Auswahl, bessere Produkte. Würden die armen Hotmailer ohne Google nicht weiterhin mit ein paar MB Memory leben müssen? Und und und… Die ganze Idee mit webbasierten Applikationen wird auch durch Google gepusht, nicht so sehr von MS. Warum nicht? MS will, Intel auch, dass wir in Zukunft noch schnellere Rechner kaufen müssen um das noch stärker ressourcenfressende OS überhaupt starten zu können. Bei Google geht’s in die andere Richtung… Systemrequirements: PC + Browser. Der Rest läuft auf leistungsfähigen Servern. Sharing von Ressourcen.
Klar sind wir davon ein Stück weit abhängig. Wer behauptet wir wären nicht schon lange abhängig? Wir haben uns daran gewöhnt, dass Google als Suchmaschine einfach da ist und läuft. Wir sind aber an vielen Orten abhängig und können damit leben: Arbeitgeber, Bahn, Erdöl, Strom, Wasser, Post, Medizin… überall sind wir von mächtigen Leuten abhängig. Also ich komme durch…
Eigentlich sollten Kommentare nicht länger als die Posts sein, oder? Musste die Zeitlücke zwischen Arbeit und Konzert stopfen, sorry…
November 22nd, 2007 18:47
Teil 1:
@Sam: Vielleicht richtig zusammenfügen?
Wieder mal ein Comment von mir. Ich weiss, dass ich damit keine Meinungen ändern werde, dafür ist das Thema zu alt und die Meinungen zu gefestigt… Ich möchte nur meine Perspektive etwas beschreiben… Vielleicht blind und naiv, who knows.
Spontan sind mir 14 Google-Dienste eingefallen, die ich beinahe täglich brauche, kostenlos. Dann gibt’s noch einige, die ich ab und zu verwende… Und ja, ich möchte im gleichen Abschnitt sagen, dass Microsoft böse ist!
Ich verstehe, dass sich Leute ärgern, die sich ans Geld-erhalten gewöhnt haben, wenn sie plötzlich weniger Geld erhalten. Es ist überhaupt nichts neues, dass Google PageRank und Kriterien für Relevancy mit der Zeit ändert und der Zeit anpasst. Denkt an die Zeiten zurück mit den Keywords im Meta-Element! Ich finde die Innovation etwas sehr gutes und glaube, dass Google auch deshalb in vielen Bereichen so weit vorne liegt.
Zu MS vs G…
“Was bekomme ich, was wird mir genommen?” Und zwar was bekomme ich was wirklich brauchbar ist bzw. was wird mir genommen und will ich eigentlich gar nicht hergeben.
Diese Überlegungen habe ich bei Microsoft gemacht. Tschüss Microsoft. Da wird mir mehr genommen als ich bekomme: Viren, Kosten, schlechte Qualität, Ressourcen, … No Deal.
Diese Überlegungen habe ich bei Linux gemacht. Da wird mir gar nichts genommen aber ich bekomme sehr viel: Sicherheit, Einfachheit, Zuverlässigheit, Funktionalität, Speed… Das ist ein Deal, I’m in!
Diese Überlegungen habe ich bei Google auch gemacht. Da wird mir auch nichts genommen. Ich bekomme sehr viel von Google: Hohe Qualität und Funktionalität, Sachen die es sonst gar nicht gibt. Es beginnt mit Google Search, die Googleboys haben damit das Internet brauchbar gemacht. Ich habe viele Mailanbieter, Newsreader, Kalenderprogramme, Routenplaner etc. benutzt und ausprobiert, bin aber bei Google hängen geblieben. Freiwillig. Ich will meine Mails bei Google haben, ich will personalisierte Werbung, ich will all die kostenlosen Features. Ich will nie mehr in ein GMX- oder Hotmail-Account einloggen… Ehrlich gesagt könnte ich prima damit leben wenn
December 10th, 2007 11:20
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December 10th, 2007 11:37
@Dani:
Web-Alternative zu Google-Talk: Meebo.com
December 11th, 2007 07:47
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December 12th, 2007 08:32
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