Elefantenplage

Als Touristen staunten wir gestern über riesige Elefantenherden (100 bis 200 Tiere). Man hat Respekt vor ihnen, wenn man im kleinen Geländewagen mitten drin steht.
Am Abend waren wir bei einer Familie zu Besuch. Der Onkel – Pastor, Bauer, Mikrokredit-Koordinator – erzählte die andere Seite der Elefantengeschichte. Die Dinger sind lästig, destruktiv – eine wahrliche Plage. Mit zunehmender Anzahl und unter internationalem Schutz sind Bauern ihnen immer mehr ausgeliefert.
Destroy, destroy. I like to break stuff. Wenn ein Elefant beschliesst, einen Baum zu zerstören, dann ist der Baum ausgeliefert. Ende. Wenn ein Elefant ein Feld zum Nachtessen auswählt, dann frisst er vielleicht 5% des Feldes, zertrampelt aber das ganze Feld.
Onkel Peter erzählte von Gegenmassnahmen.
Augenlicht
Der Bauer kann mit einer Taschenlampe dem Untier direkt ins Auge leuchten, das funktionierte anfangs gut. Die Elefanten sind clever geworden und reagieren immer weniger drauf.
Trommeln
Dann kann man trommeln. Das funktioniert – bei einigen.
Red Hot Chili Peppers
Sie mögen die Red Hot Chili Peppers schon etwas weniger als Trommelsound. Der Trick: man pflanzt Chili Peppers rund um sein Maisfeld. Etliche Bauern melden aber zunehmende Resistenz.
Feuerwerk
Feuerwerk ist ein Mittel für Bauern, die sich sowas leisten können.
Getränktes Seil
Man nehme ein dickes Seil oder ein Tuchstreifen. Tränke das in einer korrekten Mischung aus Chili, Tabak und Motoren-Öl. Das mögen sie noch nicht. Wenn die Mischung stimmt. Die Bauern streiten noch über der Mischung – es scheint noch keine definitiv richtige Zusammensetzung gefunden zu sein.
Eine Stufe weiter gibt es das KWS (Kenia Wildlife Service). Die haben Jeeps, besseres Feuerwerk und hellere Taschenlampen. Sie werden herbeigerufen, wenn die Bauern selber nicht mit den Biestern zurecht kommen.
Das KWS ist aber gänzlich überfordert mit dem Verscheuchen von Elefanten in ihrem Gebiet mit Radius vom 30km ohne geteerte Strassen. Man sagt, sie kämen jeweils eine Woche lang nicht dazu, ihre Stiefel auszuziehen. Die Regierung hat von 500 neuen Rekruten nur einen hierhin gesandt – keine grosse Verbesserung.
Das also als kleiner Einblick in den gestrigen Abend. Das Essen war sehr gut, das kann ich auch im Nachhinein noch sagen. Am Ende haben sie uns in einem 30jährigen überfüllten Subaru zurück gebracht. Ein lustiges Ritual.







