Manchmal scheint die Kluft zwischen Journalisten und Bloggern unüberbrückbar. Im Medienausbildungszentrum Luzern (MAZ) versucht man jedoch Brücken zu bilden.
Der Kurs “Web-Journalismus 2.0″ ist ein Pflichtkurs in der Diplomausbildung am MAZ. Heute besuchte ich diesen Kurs, der von Marie Jubin, Online-Redaktorin bei der BaZ, geleitet wird. Wir schauten uns Chats, Foren und verschiedene Weblogs an und analysierten Aufbau und Inhalt.
Die Vorurteile gegen Blogs sind riesig. Viele denken immer noch, dass sich in Blogs nur Narzisten um sich selber drehen. Oder es sei ein Hype, der nun langsam wieder vorbei ist. Jubin konterte, die Blogphase sei nicht vorbei, sondern es sei heute einfach normal, einen Blog zu betreiben. E-mails seien auch kein grosses Thema mehr, da sie nun alltäglich sind.
Internet als Bedrohung
Die RSS Feeds kamen auch zur Sprache. Mich wunderte, dass viele Kursteilnehmer diese “Lesezeichen” nicht kannten. Für Journies, meist Medienjunkies, sind diese doch ideale Werkzeuge. Irgendwie scheint das Internet eine Bedrohung, eine Art Höhle des Citizen Journalisten zu sein.
Kursleiterin Jubin erinnerte daran, dass das Internet nur eine Technologie und somit weder gut noch schlecht sei. Weiter verriet die BaZ Redaktorin, dass sie regelmässig in Blogs recherchiere, um zu sehen, was die Leute beschäftige. Oft würden diese Themen einige Tage später von den Medien aufgenommen. “Wir Journalisten meinen häufig, wir hätten die Qualität gepachtet. Seid vorsichtig mit solchen Urteilen”, warnte Jubin weiter.
Es gibt sie also, die Journalisten, die Brücken ins Web 2.0 bauen und andere mit in diese Welt nehmen.