Vor einer Woche bin ich für 27 Stunden untergetaucht. Nicht weil ich was Dummes angestellt hatte, sondern weil ich mein Leben reflektieren und meine Prioritäten neu setzen wollte.
“27 Stunden untertauchen - Die Lebensbalance neu gestalten” ist der Name eines Workshops. Georges Morand organisierte und leitete das Seminar. Er gliederte den Tag und die drei Stunden in verschiedene Blöcke und gab jeweils am Anfang des Blockes einen kurzen Input, um die Teilnehmer ins Thema hinein zu führen.
Rückspiegel:
Im ersten Block schauten wir zurück: Wie sieht meine Life-Work-Balance im Moment aus? Wo bin ich zufrieden, wo nicht? Anhand dieser fünf Bereiche aus der Individualpsychologie haben wir unsere Leben analysiert:
Guter Umgang mit sich selbst
Liebe/Ehe
Gemeinschaft
Arbeit
Spiritualität
Unser Leben sollte nicht nur aus Arbeit bestehen, sondern aus einer guten Mischung dieser fünf Lebensbereiche. Jeder Bereich soll den anderen unterstützen.
Balance anstreben
Manchmal gibt es bei mir Spitzenzeiten im Geschäft, wo ich sehr viel Zeit investieren muss, aber diese Zeit ist begrenzt. In meinem Alltag finde ich das Problem eher in der Gewichtung aller fünf Bereiche, dass ich irgendwie allem sehr viel Platz geben will, und dann hat mein Tag einfach zu wenig Stunden. Das kennen auch andere. Georges Morand hat es beschrieben mit:
Wir haben ein
ge-fülltes Leben
aber nicht ein
er-fülltes Leben
Jeder Teilneher konnt im Seminar eine Art Mini-Leitbilder für die fünf Lebensbereiche setzen. Diese Leitbilder sollen nicht einfach ein Endprodukt beschreiben, sondern eine Qualität, eine Art Lebensqualität.
Das Ziel im Bereich “Umgang mit mir selbst” heisst bei mir beispielsweise:
Ich gestalte meinen Alltag / meine Woche / mein Jahr mit Spannung und Entspannung und lebe den Moment bewusst.
Konkret werden
Aus den Mini-Leitbildern werden Ziele abgeleitet, die sind konkret und umsetzbar.
Eines meiner Ziele heisst ganz einfach:
Ich mache am Montag und am Freitag Stimmtraining.
Das tönt jetzt vielleicht sehr banal und Du fragst Dich, was ich dann bis jetzt gemacht habe. Also bis jetzt war in meinem Kopf die Aufgabe: Stimmtraining solltest du regelmässig machen. Und Blog schreiben, E-mails lesen, Freunde treffen, Bücher lesen, Video schneiden usw. auch. Alle diese Aufgaben in meinem Kopf, rufen danach erledigt zu werden. Und so ist jeder Tag irgendwie unbefriedigend, weil ich ja diese Dinge nicht alle tun kann…
Nun musste ich mich entscheiden, wie viel Gewicht will ich auf das Stimmtrainig legen? Zweimal üben, dazu eine Bandprobe pro Woche muss reichen. Mehr möchte ich nicht investieren, da ich noch andere Hobbies habe. Falls ich am Montag Abend weg bin, fällt das Stimmtraining weg. Und so läuft es auch mit den anderen Dingen.
Reduce to the max
Heisst es im Journalismus so schön, das hilft auch beim Finden der Lebensbalance.
Heute Abend liege ich gut drin mit meinen neuen Zielen, ich bleibe also dran:
Ich will das Leben gestalten und mich nicht vom Leben gestalten lassen.
Links:
Morand Coaching
Arbeitsblätter zu den fünf Lebensbereichen bei Coaching Plus
Kloster Wurmsbach