Instant-Esoterik mit Vitaminzusatz

Die Priester des Herrn, die Nachkommen Aarons, habt ihr vertrieben und ebenso die Leviten. Und dann habt ihr an ihrer Stelle Priester nach eigenem Gutdünken eingesetzt, genau wie die anderen Völker. Wer zum Priester geweiht werden wollte, brauchte nur mit einem Stier und sieben Schafböcken daherkommen, und schon war er ein Priester im Dienst der Götter, die gar keine sind! (Bibel in 2. Chronik, Kapitel 13)
Heute sehr relevant: man braucht nur einen Intensivkurs in Pendeln, Tarot und den Bonuskurs “Reikimeister in 7 Tagen” sowie “Drei Engel für Dummies” – alles belegbar im Esoterikladen um die Ecke oder in der Klubschule. Schon kann man gross berichten über die Geheimnisse des Universums. Man kann seinen eigenen kleinen Esoterikladen eröffnen und dadurch eine gewisse Machtposition einnehmen. Die Delfine bringen Umsatz. Ich habe auch schon – und ich denke, das kommt oft vor – seelsorgerlche Gespräche mitten im Esoterikladen mitgelauscht. Was soll ich von einem “Engel und Geschenke Laden” mit persönlichem Beratungshotline halten?
Humbug, diese Fast-Food Instant-Esoterik Tante-Emma Esoterikläden! Eine Beleidigung aller, die sich intensiv mit spirituelen Ebenen auseinandersetzen. Man darf sehr gerne erkennen, das nicht alles zu beweisen ist, dass vieles noch Geheimnis ist. Eines sei verraten: die spirituelle Welt lässt sich nicht herbeihetzen, sie erspürt keinen Druck, sich der heutigen “ich-nehme-was-ich-brauche” Sofort-Gesellschaft anzupassen.
Ein Esoterikladen ist ein Widerspruch in sich.
Das ist kein Flaming gegen Meditation, Mystik, Spiritualität oder Esoterik, gäll. Nichts wäre mir fremder! Ich habe grossen Respekt vor den Menschen, die sich nicht von all diesem Lärm ablenken lassen und den weniger bequemen und längeren Weg gehen, der in die Nähe des Göttlichen führt. Wir bräuchten das alle.







