
Wir waren jung. Unterwegs von Italien nach Frankreich – per Anhalter. An jeder “Haltestelle” markierten wir unsere Präsenz mit schwarzer, wasserfester Schrift. Namen und Datum. Im edlen Staat Monaco übernachteten wir mit knurrenden Mägen unter Treppen einer Edelhotel-Baustelle. Vielleicht sind unsere Namen noch dort. Nachts hörten wir die rauschenden Funkgeräte der Polizisten, die einen halben Meter über uns patrouillierten. Wir hatten schon etwas Schiss.
Aber eben. Am nächsten Tag gings weiter. Natürlich wieder per Anhalter. Was wir nicht wussten: das ist nicht sehr erlaubt in Monaco. Die Polizei griff uns auf und fuhr uns netterweise an die Landesgrenze, von wo aus wir weiterreisen konnten. Hilfsbereite Leute waren das.
Clever wie wir sind – ungefähr ein Jahr später am gleichen Ort – wollten wir wieder ein solches Polizeitaxi mieten. Isch doch gäbig. So haben wir uns direkt vor der Polizeistation aufgestellt. Daumen hoch. Nur eben ist das “Stöpple” in Monaco verboten. Genau. Das wusste auch der gänzlich unmotorisierte Polizist, vor dessen Bürofenster wir dummerweise warteten. Wir wurden des Landes verwiesen, wie erhofft, aber ohne Taxidienst. Wandern war angesagt.
Foto: © Jens Havelberg / pixelio