Gemeinschaften ziehen unterschiedliche Menschen an. Auch online. Klassische Firmen wollen dadurch Kohle machen - das ist schliesslich ihr Job. Sie nerven, wenn sie den grundlegenden Groove nicht kapieren wollen. Blumen spriessen für den gemütlichen Wanderer.
Es gibt Regeln. Es gibt rote und gelbe Karten. Besser nicht zuviele davon kriegen - die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Einige geben einen ***** auf ihre Würde, ich vergleiche sie mit Freiern - wobei dieser Vergleich den Freiern nicht genug Respekt zollt. Man kann integrierter Teil sein einer Gemeinschaft - oder sich schnell holen, was man will (Geld und Sex).
Integrierter Teil sein - ich bin, was ich erlebt habe
Wer innerhalb von Gemeinschaften unterwegs ist, weiss: als integrierter Teil gibt und erhält man. Erhalten ist nicht gleich nehmen. Der gemeinsame Weg ist steinig. Man hat mal Durst auf der Tour und kriegt nicht sofort Wasser - aber man profitiert am Miteinander. Man wird mal eine Pause einlegen - die Aussicht geniessen. Der Pfad ist unkalkulierbar - und deshalb spannend. Da - da spriesst eine neue Idee! Dort entsteht ein neuer Webdienst! Man erlebt was. Man lernt was. Man wird was. Kein monetärer Gewinn (daran stört sich der Playboy), sondern Reichtum in Form von Ideen, Gedanken, Auseinandersetzungen, Erfahrungen und Kreativität.
Aussauger - ich bin, was der Nachbar nicht erreicht hat
Wir Menschen funktionieren am besten in Gemeinschaften. Trotzdem strebt irgendwas in uns danach, möglichst viel, möglichst schnell zu nehmen. Man misst sich daran, wieviel man aufgetürmt hat. Mehr kriegen als der Konkurrent - das ist Erfolg. Man freut sich relational. So ist keine Ruhe zu finden - die Konkurrenz schläft nicht. Man richtet sich auf ständige Unzufriedenheit ein. Zeigt man einem solchen Menschen (und ein Stück weit sind wir alle so) die grossen sozialen Websites, sieht er zuvorderst Gewinnpotential - das Prinzip “Gemeinschaft” wird er von Grund auf missverstehen und auch als unwichtig erachten. Kein weiser Mensch - auch in Offline-Gemeinschaften. Türme zerstören das Miteinander.
Mutlosigkeit - oder frei sein zur Gemeinschaft
Finanzielle Sicherheit - der Motivator Vieler in dieser zweiten Gruppe - ist wohl der grösste Verlust, den ich mir aufhalsen kann. Bei uns Schweizern sitzt die Angst vor Unsicherheit tief drin - eigentlich lächerlich. Wir gehören zu den wenigen, die sich solche Ängste leisten können. Und sollten das erkennen und bedauern lernen. Ich erwische mich selbst darin - möchte aber lieber frei sein. Diese Entscheidung muss ich immer wieder treffen.
Wir verlieren mit jedem Franken
Jeder, der diesen Beitrag lesen kann, hat genug, um zu geniessen. Nicht jeder und nicht jede von euch hat aber den Mut, sich von Gemeinschaft formen zu lassen. Die Gründe dafür sind vielfältig und unbequem.
Wie erlebst du Gemeinschaften? Sind sie wirklich wichtig? Zerstören sie vielleicht mehr als sie bieten? Gibt es auch guten Ehrgeiz, gutes Gewinnstreben? Oder hat schlussendlich doch derjenige mit dem meisten unausgegebenen Geld das Spiel gewonnen? Ich freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren.