Wie sicher ist die Raiffeisen-Bank?

Langsam beunruhigt mich die Finanzkrise auch. Im Moment wird ja jede schlechte Nachricht wieder von einer schlechteren überholt. Endlich versuchen die Medien auch Kleinsparer darüber zu informieren, welche Folgen die Krise noch mit sich bringen könnte. Gestern beschäftigten mich die “garantierten 30’000″, Raiffeisen hat jedoch keine Staatsgarantie. Vielleicht wäre ja jetzt der richtige Zeitpunkt um einen neuen Fernseher zu kaufen oder auf anderem Wege Gespartes zu materialisieren? Das Geld unter das Kopfkissen zu stecken, finde ich eine schlechte Idee. Ich fragte mich, warum Raiffeisen nicht darüber informiert, wo sie in der ganzen Situation steht. Heute habe ich jedoch eine Stellungsname auf ihrer Website gefunden. Wenn ich die lese, kann das Full-HD-TV-Gerät mal noch warten, schliesslich sollen wir ja unseren Banken vertrauen.
Raiffeisen mit höchster Sicherheit
3.10.2008Die Sicherheit von Banken beschäftigt derzeit Sparer und Anleger. Bei Raiffeisen macht man sich allerdings nicht erst seit der Finanzkrise Gedanken über das Thema Sicherheit. Dank Solidarität, vorsichtiger Kreditvergabe und einem hohen Anteil an Eigenmitteln steht die Raiffeisen Gruppe äusserst solide da. In der über 100-jährigen Geschichte von Raiffeisen ist noch kein Kunde zu Schaden gekommen.
Experten attestieren Raiffeisenbanken ein gleich hohes Sicherheitsniveau wie den Kantonalbanken. Und das, obwohl Raiffeisen nicht auf eine Staatsgarantie zurückgreifen kann. 600 Kunden täglich, die von den Grossbanken zu Raiffeisen wechseln, sehen das genauso. Hinter dieser Einschätzung steht ein Konzept, das sich seit über 100 Jahren bewährt. Die Raiffeisen Gruppe legt höchsten Wert auf das Thema Sicherheit.Mehr als das doppelte der erforderlichen Eigenmittel
Die Raiffeisenbanken sind selbstständige Genossenschaften mit einer beschränkten Gewinnausschüttung und eigener Verantwortung für die Bildung von Eigenmitteln. Für die Verbindlichkeiten einer einzelnen Raiffeisenbank haftet nicht nur die Raiffeisenbank, sondern die gesamte Gruppe. In der Gruppe sind 367 selbstständige Raiffeisenbanken zusammengeschlossen.Hohe Sicherheit ergibt sich für den Kunden aufgrund der Eigenmittel in Höhe von 10,7 Milliarden Franken als Haftungssubstrat. Das ist mehr als das Doppelte der in Basel II geforderten eigenen Mittel (Eigenmittelerfordernis 4,7 Milliarden Franken).
Konkurs einer einzelnen Bank ausgeschlossen
Es existiert innerhalb der Gruppe ein ausgewogenes, auf gegenseitige Haftung beruhendes Sicherheitssystem. Der Zusammenschluss im Genossenschaftsverbund stellt eine solidarische Risikogemeinschaft dar. Das heisst, alle Mitglieder der Raiffeisen Gruppe stehen füreinander ein. Die Raiffeisen Gruppe ist in der Lage, Schadenfälle und Betriebsverluste, welche über die Kraft einzelner Gruppenmitglieder hinausgehen, zu decken. Aufgrund dieser Konstellation ist der Konkurs einer einzelnen Raiffeisenbank ausgeschlossen. In der über 100-jährigen Geschichte von Raiffeisen ist deshalb noch nie ein Kunde zu Schaden gekommen.Auf Sicherheit bedachte Kreditpolitik
Die Raiffeisenbanken pflegen seit je eine zurückhaltende Kreditpolitik und sichern einen Teil ihrer Kredite über einen zentralen Risikopool ab. Diese Vorsicht spiegelt sich darin, dass die effektiven Verluste 2007 in der ganzen Gruppe weniger als 0,045 % und die Wertberichtigungen 0,43 % der gesamten Ausleihungen ausmachten. Raiffeisen Schweiz und die einzelnen Raiffeisenbanken unterstehen den strengen, von der eidgenössischen Bankenkommission vorgeschriebenen Kontrollmechanismen. Die Ratingagentur Moody’s anerkennt die Sicherheit des Haftungssystems und die Finanzkraft der Raiffeisen Gruppe explizit in ihrem Rating von Aa1 für Raiffeisen Schweiz.
Quelle: Raiffeisen.ch








October 7th, 2008 16:47
Da kann ich nur sagen wahrscheinlich genau so sicher oder unsicher wie alle anderen Banken.
October 7th, 2008 17:07
Jaja, ich will mir keine Illusionen machen. Aber was wäre die beste Lösung? Gold kaufen? Als Durchschnittsbürgerin bin ich da echt ratlos. Ich weiss einfach, dass die gesellschaftliche Entwicklung “Leben auf Pump” falsch ist, und ich hoffe, dass man aus der Geschichte doch noch lernen kann…
October 7th, 2008 17:42
@Cris: bitte kein SEO-Spam, danke.
October 7th, 2008 20:48
Die Medien überbewerten die ganze Krise sowieso… Die Sicherheit der Banken, speziell der Raiffeisenbanken ist mehr als gewährleistet.
Einzige Verlierer dieser Krise sind bis anhin in der Schweiz “nur” solche welche in die Börse invistiert haben…
Edelmetalle sind sicher für viele eine Möglichkeit, allerdings darf man nicht vergessen, dass auf den Edelmetall-Kursen noch die Mehrwertsteuer von 7.6 % anfällt.
Meine Meinung: Nur keine Panik
October 7th, 2008 21:14
Also, das sagen ja auch die Experten im Radio, dass das ganze nun eine psychische Geschichte ist und deshalb die Börsen immer wieder einkrachen. Als heute die Nachricht aus England kam, dass da Banken verstaatlicht werden, sind die Börsen gleich abgestürzt, obwohl die Meldung noch nicht bestätigt wurde. Das könnte ja auch in der Schweiz passieren. Auch ein Nervenkrieg kann doch materiellen Schaden hinterlassen. Wobei ich echt nicht auf Panik machen will. Ich kann nur sagen, dass mich das Thema nicht mehr kalt lässt…
October 8th, 2008 12:18
[...] hat Judith über die Sicherheit der Raiffeisen-Bank geschrieben. Basierend auf einer Pressemitteilung auf ihrer Website. Man geht bei einer solchen [...]
October 9th, 2008 19:31
Wenn man einen Anteilsschein bei der Bank hat, ist man eigentlich relativ gut informiert.
Bei ‘meiner’ Raiffeisenbank, wurde im März diesen Jahres erklärt, dass Sie keinen Handel mit Aktien aus den USA betreiben. Beziehungsweise, nicht in diese Gefielde vordringen, wie es die UBS getan hat.
Bin ich froh bei dieser Bank zu sein.
August 20th, 2009 06:47
Von der genossenschaftlichen Bankengruppe, den Volksbanken und Raiffeisenbanken wird “Sicherheit” vorgespiegelt, die den Tatsachen leider nicht entsprechen.
Es wird vielfach dargestellt, als ob sich die
genossenschaftliche Bankengruppe korrekt verhalten hätte. Schon lange vor
der Finanzkrise, nämlich Anfang der 90er Jahre haben die Volks- und
Raiffeisenbanken das Vertrauen ihrer Kunden gezielt ausgenutzt, um ihnen
DG-Fonds als „sichere Altersvorsorge“ zu verkaufen. Für die Volks- und
Raiffeisenbanken brachte dieses genossenschaftliche Bereicherungsmodell
satte Provisionen, der DG-Bank (heute DZ-Bank) spülten die Fonds über 500
Millionen Euro in die Kassen.
Heute, eineinhalb Jahrzehnte später, werden die Kunden mit dem Totalverlust
ihrer sicher geglaubten Anlage konfrontiert. Viele der Anleger sind
gesundheitlich nicht mehr in der Lage, sich zu wehren. Andere werden
kurzerhand aus der Bank geworfen, wie kürzlich ein 90Jähriger in Bietigheim,
dem von seinem Volksbank-Berater im Alter von 75 Jahren noch eine sogenannte
„sichere“ Altersvorsorge verkauft worden war. Vielen anderen
Volksbank/Raiffeisenbank-Geschädigten ist es ein Rätsel, wie man da Sicherheit vorspiegelt und zu der Ansicht kommt, dass dieses Verhalten des genossenschaftlichen Bankenverbundes gar moralisch-ethisch
korrekt sein soll. Um es deutlicher zu sagen: Mir ist kein Fall aus der
Bankenwelt bekannt, bei dem die moralischen Verfehlungen größer sind.
August 21st, 2009 20:32
Wenn eine Volksbank über die Presse verbreiten lässt, dass bei ihr die Welt
in Ordnung sei, muss man wissen, dass es die Volks- und Raiffeisenbanken
waren, die schon in den 1990er Jahren ihren Kunden mit den berüchtigten
DG-Fonds Geldanlagen verkauft haben, mit denen viele Anleger in die Pleite
getrieben wurden.
Wer z.B. im Jahr 1992 in eine “sichere Anlage” in “wertbeständige
Immobilien” für eine “zukunftsorientierte Altersvorsorge” (alles
Originalzitate aus den Verkaufsunterlagen und Beratungsgesprächen)
investiert hat, der hat seinen kompletten Einsatz verloren und nie auch nur
einen Cent Ausschüttung erhalten.
Das eingesetzte Geld ist in den genossenschaftlichen Kanälen “versickert”.
So lässt sich’s leben – die Bankvorstände und Berater der Volksbanken haben
fette Provisionen erhalten – vielleicht ist das der Grund, warum sie der
Presse erzählen, die Welt sei in Ordnung. Für die geplünderten Anleger
sieht’s jedenfalls anders aus.
Merke: Wenn eine Volksbank eine “sichere” Anlage verkauft, bedeutet das
lediglich, dass die Bank “sicher” was dran verdient. Wenn der Anleger nichts
mehr zurückbekommt von dem, was er seiner Bank im guten Glauben anvertraut
hat, dann ist für die Volksbank “die Welt in Ordnung”.
——————
Warum geben sich Politiker immer wieder für die PR-Aktivitäten der Volks-
und Raiffeisenbanken her?
Was einst eine gute Sache war (Raiffeisen und seine Visionen), ist zur
Ausbeuterorganisation Nr . 1 in Deutschland verkommen.
Mit dem Instrument DG-Fonds wurden den gutgläubigen Bankanlegern in wenigen
Jahren über 500 Millionen Euro entzogen, um die riesigen Löcher im
genossenschaftlichen Verbund zu stopfen, dessen Führung offensichtlich jedes
Augenmaß verloren hat.
August 26th, 2009 05:51
Was bedeutet es, wenn die Volksbank eine “sichere, seriöse Geldanlage” in “wertbeständigen Immobilien” empfiehlt?
Ich habe eine solche Anlage gezeichnet, die mir von meiner Volksbank genau mit diesem Wortlaut empfohlen wurde. Heute unterhalten wir uns vor Gericht, weil die sogenannte “sichere, wertbeständige Anlage” pleite ist. Der Einsatz ist weg. Komplett.
Die Bank argumentiert, ich hätte wissen müssen, dass die Anlage unsicher sei und im Übrigen wäre das alles verjährt, weil ich mich nicht schon lange gewehrt hätte. Darum MERKE: Wenn eine Volksbank von „sicher“ spricht, heißt das (nach eigener Auffassung der Bank und ihres Rechtsvertreters), dass ohne Weiteres auch ein Totalverlust eintreten kann und daran nur der „dumme Anleger“ schuld ist, der seinen Prüfungspflichten nicht nachgekommen ist.
Vertrauen in eine Volksbank ist also völlig unangebracht, denn wer einer solchen Bank vertraut, bekommt zum Dank die Verjährungskeule um die Ohren gehauen.
Mit lautstarker PR propagieren die Genossen von den Volksbanken “sicher – auch in unsicheren Zeiten”. Meine Erfahrungen zeigen das Gegenteil: Schon in sicheren Zeiten war meine “sichere Geldanlage” bei den Volksbanken unsicher. Die Finanzkrise konnte den Zustand nicht verschlechtern, weil schon vorher 100 % kaputt waren. Vielleicht ist es das, was die Genossen meinen, wenn sie erzählen, dass sich die Finanzkrise bei ihnen nicht negativ ausgewirkt hat.