Web der Partizipation

Partizipation. Das ist nicht nur im Web ein Trend, das ist eine Veränderung in der Gesellschaft, die sich unter anderem auch im Web zeigt – dort vielleicht mehr, weil man mehr Leute “auf engem Raum” zusammen hat. Klassische Zeitungsverlage haben den Wandel grösstenteils verpennt – ihre Journis klönen jetzt und wettern über die, die im Internet mehr Erfolg haben.
Das kann man kritisieren, wenn man will – es ändert nichts an der Tatsache, dass sich die Gesellschaft ändert und die alten Medienunternehmen grossteils (30 40 Jahre) zu spät reagiert haben und jetzt arme Journis entlassen müssen. Besonders schmerzhaft für Web-Dummy-Journis (das sind nicht alle): etliche Internet-Leute verdienen mit diesem Trend gutes Geld.
Der Frust der beängstigten Journis
Natürlich bringen jetzt die genervten Redaktionsangestellten ihren Frust über den Abbau von Stellen und falschen Entscheidungen ihrer internetmässig unterentwickleten Strategie-Chefs zum Ausdruck. Hört sich für mich jeweils an wie verzweifelte Versuche, sich eine Daseinsberechtigung zu verteidigen. Wahrscheinlich haben diese bemitleidenswerten Arbeiter ja auch das Recht, mit vollem Einsatz gegen den Abbau ihrer Stellen zu kämpfen, obwohl etwas anderes wohl keinen wirtschaftlichen Sinn macht. Würde ich wohl auch tun. Nur stört in diesem Todeskampf das Hochnäsige, das Abschätzige und der fehlende Respekt vor Menschen, die mehr Erfolg haben.
Chance für Fortschritt
In einigen Punkten mögen sie mit ihren Blog-Bashing-Kampagnen Recht haben. Es soll jeden Blogger dazu bringen, sich über seine Inhalte Gedanken zu machen, an seiner Qualität zu arbeiten (und nicht einfach Gadget-Blogs zu kopieren). Ich würde zudem gerne sehen, dass Blogger zusammenspannen und in der Schweiz zu einer Instanz werden, die Primeure bringt, die besser recherchiert. Ich würde gerne einen solchen Shift sehen, bevor das Blogger-Bashing der Journis zu grossen Image-Schaden verursacht hat unter der heutigen Zeitungslesern.
Ein paar Stimmen aus der Blogosphäre
Pixelfreund: Du bist kein Blogger – Der Blog ist tot. Denn alle Internetuser bloggen inzwischen…
BloggingTom: Bla-Bla-Blogger in der SonntagsZeitung
Lupe: Gibt es nur noch Bla- Bla- Blogger?








November 20th, 2008 09:04
Vor 40 Jahren (wohl schon einige Jahre früher unter der Oberfläche) begann der Wechsel in der Gesellschaft (Stickwort Postmoderne).
Natürlich gab es damals das Internet nicht, man hatte dann aber noch etliche Jahre Zeit, sich der Veränderung bewusst zu werden und das Internet bei seinem Erscheinen sofort als die Lösung des Problems zu packen. Die Schuld am Versäumnis, dies zu tun kann man nun mal jetzt nicht der Blogspähre in die Schuhe schieben.
November 20th, 2008 16:05
“Wir” Schweizer/innen müssen uns nicht beklagen, wir haben ja die schönste Blog-Bundesrätin der Welt!
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Hähä!