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Israelis, Palästinenser und Schweizer

Wed 21. Jan 2009 - Judith - kommentieren

Neben dem Programmausfall auf SF, drehte sich heute natürlich alles um Obama. Im Club wird im Moment jedoch über den Konflikt im Gazastreifen diskutiert.

Andere Mentalitäten
Ich diskutierte heute bereits mit einem Geschäftsleiter eines Reisebüros über dieses Thema. Er organisiert Reisen nach Israel, aber auch in die arabische Welt: Syrien, Türkei, Aegypten etc. Er pflegt viele Geschäftsbeziehungen in diese Länder. Seine Ansichten fand ich noch spannend:

Er sieht den Gazakrieg als Verteidigungskrieg. Israel müsse den Einsatz so drastisch durchführen, weil er sonst in der arabischen Welt nicht ernst genommen werde. Den Libanonkonflikt würden die arabischen Staaten heute noch als Sieg gegen Israel feiern. Weiter meinte er, dass wir als Europäer das nicht so verstehen können, aber dass in der arabischen Welt ein Menschenleben nicht so viel Wert ist wie bei uns in Europa. Ich überlegte mir, ob eine solche Gesellschaft dazu schneller bereit ist, ihre Zivilbevölkerung zu opfern.

Einseitige Berichterstattung
Ein weiteres Thema waren die Medien. Die Medien in der Schweiz sind ja sehr israel-kritisch, das ist mir schon lange aufgefallen. Der Geschäftsführer erklärte mir, dass die Schweizer Medien im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern am meisten israel-kritisch seien. Er betonte noch, dass er überhaupt nicht Israel in Schutz nehmen wolle, dass diese bestimmt auch Fehler gemacht hätten.

Palästinenser im Club
Und nun schaue ich diese Diskussion im Club auf SF 1. Was mir dabei auffällt: Der Palästinenser in der Sendung sieht sich nur als Opfer, kein Wort darüber, dass die Hamas vielleicht etwas falsch gemacht hat. Die Israelis versuchen zu differenzieren und hinterfragen gewisses Vorgehen auch. Nach mehr als einer Stunde Diskussion erinnert eine israelische Juristin daran, dass die Hamas den Waffenstillstand brach, und dass die Hamas im Gazastreifen mit Gewalt an die Macht kam.

Gegen Ende der Sendung fragt Aebischer nach den Fehlern der Hamas, was beim Palästinenservertreter zuerst mal ein Blackout hervor ruft. Wie soll ein solcher Konflikt auf diplomatischer Ebene gelöst werden?

Beide Seiten verstehen
Ich möchte hier weder Partei für Israel noch für Palästina ergreifen. Krieg ist immer unfair. Aber ich wünschte mir, dass unsere Medien ausgewogener über diese Konflikte berichten würden.

Daniel Biswanger hat im “Das MAGAZIN” auch mal eine andere Sicht beschrieben. Finde ich wertvoll. Hoffen wir, dass die Waffenruhe hält und endlich Lösungen gefunden werden.

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