Glaubwürdiges Christentum? #1
Saturday, February 7th, 2009
Mein erster Schritt auf dem Weg mit dem erwähnten Buch. Ich möchte kleine Einblicke geben. Dinge anleuchten, die für mich hervorstechen.
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Mein erster Schritt auf dem Weg mit dem erwähnten Buch. Ich möchte kleine Einblicke geben. Dinge anleuchten, die für mich hervorstechen.
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Vor kurzem bin auf das Buch “Lieber wütend als traurig – Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof” gestossen. Auf dem Buchdeckel steht: “Ulrike Marie Meinhof” war renommierte Journalistin und Mitbegründerin der Rote Armee Fraktion – eine christliche Pazifistin, die schliesslich die Welt mit Gewalt verändern will.”
Ulrike erlebte als Kind den zweiten Weltkrieg, ein Leben lang würde sie sich danach gegen faschistische Strukturen in der Gesellschaft wehren. Bereits ihr Vater war gegen den Krieg. Er gehörte einer kleinen Kirche mit dem Namen “Hessische Renitenz” an, die sich strikte gegen jedes Einmischen des Staates wehrte. Eine Haltung die unter Hitler nicht ungefährlich war. Ulrike verlor ihren Vater als Kind, aber nicht im Krieg, er starb an einer Krankheit.
Christliche Pazifistin
Die christlichen Wurzeln im Leben von Ulrike zeigten sich in ihrem Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Als Journalistin deckte sie gesellschaftliche Missstände auf: Sie publizierte Berichte über lieblose Kinderheime, in welchen Kinder ohne Liebe und Anerkennung aufwuchsen und prangerte in ihren Kolumnen politische Entscheidungen an, die in ihren Augen an das Naziregime erinnerten.
Kommunistin
Da Ulrikes politische Stimme immer mehr Einfluss bekam, interessierten sich auch die Linkskommunisten für sie. Der Chefredaktor einer kommunistischen Zeitung, Klaus Rainer Röhl, wurde später ihr Mann: In seinem Buch “Fünf Finger sind keine Faust” erinnert er sich an seine erste Begegnung mit der Journalistin: “Ich schilderte ihr den Sozialismus als einzige Möglichkeit, alles zu verwirklichen, was die wirklichen Christen wirklich gewollt hatten… Vor allem der gewaltige Traum – Gerechtigkeit, er würde nur durch den Kommunismus verwirklicht werden. Und die Verständigung und die Güte, das Gegenteil von Hass.”
Terroristin
Der Autor des Buches, Alois Prinz, beschreibt, wie Ulrike Meinhof von einer christlichen Pazifistin eine Kommunistin und schliesslich eine Terroristin wird. Eine Terroristin, die sich bei der Fatah zur Guerillakämpferin ausbilden liess und bereit war, auf Polizisten zu schiessen. Im Vordergrund steht die Frage: Was muss geschehen, dass Engagement für Frieden und Gerechtigkeit umschlägt in Gewalt und Feindseligkeit?
Faszination und Abneigung
Das Buch beantwortet die Frage nicht abschliessend. Aber der Autor nimmt den Leser und die Leserin mit in den Werdegang der Ulrike Marie Meinhof. Eine Frau, die am Anfang das Leserherz für sich gewinnt, die im Laufe der Geschichte jedoch immer mehr entfremdet und unfassbarer wird.
Habe nichts mit russischen Raubkopierern und den Harry Potter Bänden zu tun. Und über welchen sibirischen Server “greyowl” vor der Veröffentlichung des Buches “Everything must Change” an den Text kam, will ich offiziell nicht wissen.

Was mich aber mit dem Buch verbindet ist der Author – der (in Kombination u.a. mit schon vorhandenen Gedanken) mein Inneres deftig durchgerüttelt hat in den letzten vielleicht 2 Jahren. Es
war ist eine spannende Zeit von Diskussion, Argumentation, Erlebnissen und Umdenken. Auch wenn einiges noch schmerzt. Und obwohl in gewissen Themen eine extreme Unzufriedenheit mit dem Status Quo wächst. Nicht nur schön, sowas. Bin sehr dankbar, nicht alleine, sondern mit einier (kleinen) Gruppe von Freunden in dieser Geschichte drin zu sein.
Wer ahnt, dass die revolutionären Aussagen von Jesus mehr Beachtung verdienen als die Kirchen in ihrem momentanen Zustand, der findet in mir einen Weg-Genossen und in den Büchern von Brian McLaren Inspiration, quere Gedanken und Unzufriedenheit.
Anhand der Schriftrollen aus Sibirien nimmt “greyowl” das Buch “Everything must Change: Jesus, Global Crises and a Revolution of Hope” in seinem Blog durch. Seine Warnung:
Lies das Buch nicht … wenn Du als frommer Christ nicht Deine Eingeweide zum Rumoren bringen willst!
Ich freue mich auf das Hörbuch.
“Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch noch die andere Wange hin”, sagte Jesus in der Bergpredigt. Ich fand die Vorstellung immer irgendwie demütigend. Da mir eine Ohrfeige Gott sei Dank erspart blieb, musste ich auch die andere Wange nie hinhalten.
Im Buch “Die geheime Botschaft von Jesus” bin ich nun auf einen spannenden Kontext zur Geschichte gestossen. Unterdessen ist in meiner Vorstellung der Mäuseducker zum Revoluzzen aufgestiegen.
Schlag auf die Wange als Machtintstrument
Stelle Dir mal vor, als Rechtshänder schlägst du einem auf die Wange. Wo schlägst Du hin? Die Ohrfeige geht beim Gegenüber auf die linke Wange. Wenn also ein Rechtshänder eine Watsche auf die rechte Seite geben will, macht er das mit dem Handrücken.
Solche Schläge mit dem Handrücken verteilten Menschen, welche Macht hatten. Zur Zeit Jesus waren es die Römer. Um ihre Überlegenheit zu demonstrieren schlugen sie den unterdrückten Juden mit dem Handrücken ins Gesicht.
Ein Jude könnte zurück schlagen, würde sich dabei aber auf die gleiche Stufe wie der Unterdrücker stellen. Er könnte gedemütigt von dannen ziehen und dem Römer den Sieg überlassen. Oder er hält die andere Wange hin. Um auf die linke Wange zu schlagen müsste der Römer seine Handfläche oder seine Faust einsetzen. Damit würde er jedoch das Gegenüber als Gleichgestellten akzeptieren.
Mit dem Hinhalten der linken Wange propagiert der Geschlagene Gewaltlosigkeit, zeigt Mut und behält seine Würde. Auf der anderen Seite entlarvt die Reaktion den Unterdrücker als gewalttätig. Auf diese Weise wird Unterdrückung überwunden ohne Gewalt oder Rache auszuüben.
Versöhnung anstatt Rache
Jesus erneuerte mit dieser Haltung das alte Gebot Auge um Auge, Zahn um Zahn. Weit über jede Rache soll die Versöhnung gehen. Menschen wie Ghandi oder Martin Luther King jr. lebten nach diesem Gebot.
Im Moment lese ich gerade das Buch “Emerging Church” von Dan Kimball. Das Buch ist gespickt mit Kommentaren von anderen Personen.
Folgende Aussage von Brian Mc Laren finde ich sehr stark:
…Ich denke nur wenige Menschen glauben, dass wirklich alle Religionen und Weltbilder gleichwertig sind, auch wenn immer wieder mit grosser Vehemenz etwas anderes behauptet wird. Ist der Lack einmal erst abgekratzt, sieht man, was sie im Grund eigentlich meinen: “Ich habe furchtbare Angst davor, was passiert, wenn Menschen ihre Überzeugungen und Werte arrogant und militant vertreten, denn es ist nur ein schmaler Grat zwischen arrogang und militant und wirklicher Gewalt.” In einer Welt voller Terrorismus, ethnischen Säuberungen und rassistisch-ethnisch motiviertem religiösem Hass haben sie das Gefühl, dass starke Werte und Überzeugungen und Werte etwas Gefährliches sind. Anstatt sie auf die Unsinnigkeit ihrer Aussage hinzuweisen (denn die Behauptung, alle Religionen seien gleichwertig, ist ohne Zweifel absurd), wäre es klüger, wenn wir ihr Verlangen nach Frieden bestätigen und sie ermutigen, diese Überzeugung und diesen Wert friedvoll hochzuhalten! Dann können wir ihnen vielleicht langsam zeigen, inwiefern Jesus genau diesen Kurs in der religiösen Kultur seiner Zeit eingeschlagen hat und inwiefern das Kreuz eine Botschaft ist: “Es ist besser, für die eigenen Überzeugungen Gewalt zu erdulden, als selbst Gewalt zu gebrauchen. So funktioniert es im Reich Gottes.”
Der Sektenbeauftragte Georg Schmied (Senior) hat ein Buch herausgegeben mit dem Titel “Die Sekte des Jesus von Nazaret”. Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich die Thematik recht spannend finde. Nach einigen Seiten landete das Buch bei mir im Bücherregal, da sich das Buch als anspruchsvolle, geschichtliche Studie entpuppte. Seit heute liegt das Buch wieder auf meinem Pult. Georg Schmid war zu Gast bei Radio Life Channel. Das Thema ist nach wie vor sehr spannend ![]()
Georg Schmid rückt den Begriff “Sekte” in ein ganz neues Licht. Er untersucht die ursprüngliche Jesus-Bewegung. Dabei stellt er fest, dass Jesus mit seinen Jünger den meisten Kriterien entspricht, nach denen eine Gruppierung als Sekte eingestuft wird. Diese Erkenntnis führt jedoch nicht zur Verwerfung des Gedankengutes von Jesus. Im Gegenteil: Schmid entdeckt, dass Jesus eine sehr gesunde Radikalität lebte und die Jünger um ihn auf eine menschliche und gesunde Art damit angesteckt wurden. Dabei geht es überhaupt nicht einfach um eine Religion, sondern um einen Lebensstil. Fazit von Schmid ist: Die Kirchen sollten mehr zu den Wurzeln ihres Glaubens zurückgehen und in diesem Zusammenhang müsste der Sektenbegriff gleich neu definiert werden.
Die Radiosendung mit Georg Schmid findest du hier.
Vor einem Jahr war sie in allen Medien, Lea Laasner. Ihre ganze Familie war in eine Psychosekte geraten. Lea wurde mit 13 die Auserwählte vom Guru. Von da an gab es regelmässig sexuelle Übergriffe. Diese sollten dem Teenie zu geistigem Wachstum verhelfen. Nachdem Lea aus der Sekte geflohen war, tauchte der Guru mit seinem Medium und Lea’s Mutter unter. Lea hat Strafanzeige eingereicht. Der Seelenfänger wurde nun in Deutschland aufgespürt und angeklagt. Lea soll im Prozess als Hauptbelastungzeugin auftreten. Das hat heute der Tages Anzeiger berichtet.
Ich habe dieses Buch vor einigen Monaten gelesen. Es hat mich sehr betroffen gemacht. Durch das Lesen dieser Biographie wurde mir bewusst, wie erschreckend manipulierbar der Mensch ist. Es ist unglaublich, was diese Sektenanhänger für diesen Guru alles gemacht haben. Zum Beispiel hat eine Frau allen Mitgliedern nach der Toilette den Hintern geputzt, um Demut zu lernen. Das wurde vom Guru verordnet. Und es hat noch krassere Beispiele im Buch – menschenunwürdige Beispiele.
Überall wo Menschen zusammen sind ist eine Gefahr von Manipulation da. Oft ist die Grenze zwischen Menschen leiten/führen und manipulieren auch gar nicht so klar. Durch meine neue Erkenntnis bin ich einfach nochmals viel vorsichtiger geworden. Dort wo wir Menschen leiten, müssen wir sie auch zum Hinterfragen auffordern. Ich denke das ist auch in jeder christlichen (und andere religiöse) Gemeinschaft wichtig.
Gestern also – “Da Vinci Code” lief an. Hatte mich gefreut auf den Film (mindestens bis zu den Mittwochskritiken). Interessant war er schon, spannend ein bisschen im ersten Teil. Absoluter Höhepunkt: “Wie gut, dass ich per Zufall ein Flugzeug besitze!”
Der Rummel der Kirche ist nicht zu verstehen. Klar, der Tumult basierte erzwungenermassen auf dem Buch (das ich nicht gelesen habe) – aber auch so: mehr positiv bewirkt als den Film zu promoten hat es nicht, oder? Eher wieder mal die Kirche lächerlich gemacht.
Klar, dass Fakt und Fiktion eng verzahnt Verwirrungspotenzial beinhalten. Gut, wie gewisse Kirchen den Anlass genutzt haben, das Thema aufzugreifen. Jesus war entweder oder – entweder wirklich was er sagt (Gottes Sohn, Weg zum erfüllten Leben) oder ein chronischer Lügner (und damit sicher kein gutes Vorbild).
Betty Bossi – eine Firma, die in der Schweiz für Kochbücher und Küchenwerkzeug bekannt ist, bietet neu auch Notlösungen für verzweifelte Eltern und Pädagogen an. Und zwar erst mal als makaberer Ratgeber in Buchform: “Kinder kochen“.
Irgendwie finde ich das dann doch ziemlich heftig. Muss mich zwingen, daran zu denken, dass vor wenigen Jahren sich gewisse Leute in unserem Land wohl das gleiche dachten, als die Diskussion um das Frauenstimmrecht aufkam.
Wer meint, das sei alles Scherz, der klicke auf den Link – und sehe: der Untertitel zum Buch heisst “Mit diesen Rezepten muss man nicht “Versteckis” spielen“. Das nächste Buch heisst dann folgerichtig: “Kinder dünsten” oder “Kinder richtig würzen”.
Vor 1 1/2 Jahren haben wir das sdg organisiert, ein Kunst- und Kreativitätsfest. Das Thema an diesem Abend war “Befreitheit”. Das ganze ist ja eigentlich ein Wortspiel, aber heute habe ich doch tatsächlich dieses Wort in einem Buch gelesen. Die “Definition” gefällt mir sehr gut:
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Nachdem ich mich schon lange entschieden hatte, in Pakistan zu bleiben, bin ich einmal gefragt worden: Wieso sind Sie in einem Land geblieben, wo man morgens nur eine Tasse Tee und Fladenbrot bekommt? Meine Antwort von damals gilt auch noch heute: “Ich lasse mich nicht von Käse und Wurstsorten versklaven. Ich möchte einem hartgekochten Ei, das ich lieber weich gehabt hätte, nicht das Recht einräumen, meine Stimmung zu
verderben”. Das ist Freiheit im Sinne der “Befreitheit von”.
Diese Aussage macht Ruth Pfau in ihrem Buch: Liebe und tu, was du willst. Wege meines Lebens. Dieses Buch ist gespickt mit solchen pointierten Aussagen. Und sie beschreibt den christlichen Glauben auf eine einzigartige Art und Weise. Das Buch kann ich sehr empfehlen.
Ruth Pfau wird oft “die Mutter Theresa von Pakistan” genannt. Das hat sie zwar nicht so gern, da sie eine eigenständige Persönlichkeit ist. Aber der Übername hilft dafür in Kürze zu vermitteln, was sie für eine Frau ist.