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Archive for the 'Emerging Church' Category

Twitter in der Kirche?

Sunday, March 1st, 2009

Heute Abend wollen wir eine SMS-unterstützte “Gebetszeit” einbauen im O2-Gottesdienst. Idee: Leute können per SMS ihre Messages an Gott einsenden und sie werden dann auf den Leinwänden projiziert – während wir mit der Band ein bisschen jammen.
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Bibel bearbeiten mit Wiki-Software

Saturday, July 5th, 2008

Ein interessantes Projekt: die Volxbibel NT 3.0 ist wohl die erste Bibel, die im Internet “entstanden” ist und an der alle mitschreiben konnten. Jetzt steht die Version 3.0 vor dem Abschluss und wird bald in den Druck gesandt. 7000 brauchbare Änderungen wurden durch die Teilnehmer gemacht – der Projektleiter Martin Dreyer findet das obergeil – und das ist es auch. An die Adresse der Hüterchristen mit den Steinen in den Händen: jaja, das Ganze wird natürlich noch lektoriert und jaja, wahrscheinlich werdet ihr danach trotzdem Steine werfen. Jänu. Daran hat man sich langsam gewöhnt.

Dazu passt folgende Geschichte aus der Volxbibel:
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Evangelischer Pfarrer schreibt Papstprotest-Song

Monday, May 26th, 2008

Der evangelische Pfarrer Clemens Bittlinger wendet sich in seinem Song “Mensch Benedikt” direkt an den Papst. Bittlinger habe den Song 2007 geschrieben, als der Papst die katholische Kirche als einzig wahre Kirche betitelte, schreibt livenet.ch. Auf dem deutschen Katholikentag habe der Pfarrer den Song vorgetragen und begeisterten Beifall geerntet.

Der Songtext fordert Papst Benedikt den XVI auf die Lehre der katholischen Kirche zu überdenken, beinhaltet aber auch allgemeine Kirchenkritik:

Benzinverlosung in Jesu Name!?

Monday, May 19th, 2008

zapfsaule.jpgVor einigen Tagen berichtete der Blick über eine Baptistenkirche in der USA, die neue Wege suchte, um die Menschen wieder in die Kirche zu bringen. Mit Gratismahlzeiten und Geschenken versuchen es bereits viele andere Gemeinden und deshalb liess sich der Pastor etwas Neues einfallen: In speziellen Gottesdiensten werden 500-Dollar-Benzingutscheine verlost. Die hohen Benzinpreise drücken schliesslich jedem auf die Seele.
Gemäss Blick soll der Pastor Kritikern entgegnen: “Jesus selber habe doch auch gratis Brot und Fisch verteilt, um Anhänger zu gewinnen!”

Nachfolger kaufen
Jesus kaufte seine Anhänger nicht mit Brot und Fisch. Er fuhr mit dem Boot weg und suchte sich einen Ort um alleine zu sein. Doch die Leute folgten ihm zu Fuss, weil sie mehr von ihm hören wollten und sich nach mehr Heilungen sehnten. Am Abend schickten die Jünger die Menschen zurück, damit sie Essen kaufen könnten. Da liess sich Jesus die Brote und Fische geben und verteilte diese an die Menschen.

Verdrehte Botschaft

Das ist für mich ein riesiger Unterschied. Ich glaube auch heute hat die Botschaft von Jesus noch die gleiche Kraft und auch heute will Gott noch Menschen begegnen und heilen. Wenn Kirchen diese Botschaft jedoch so verdrehen, ist es kein Wunder, wenn immer weniger Menschen diesen Ort aufsuchen.

Zum Blick-Artikel

Verwandte Beiträge:
Der Befreiungsschlag der zweiten Wange
Am Kreuz beginnt eine neue Weltordnung

Die kleine Bewegung wird zur erfolgreichen Religion

Monday, March 24th, 2008

Fortsetzung von Am Kreuz beginnt eine neue Weltordnung und Bewegung der Versöhnung.

Jesus starb am Kreuz, seine Anhänger versteckten sich und die Mutter stand weinend am Kreuz. Drei Tage später behauptete diese kleine Gruppe, Jesus sei auferstanden – das Grab leer. Und nun sahen diese wenigen Anhänger ihren Auftrag darin, die neue Weltordnung Gottes anderen Menschen weiter zu erzählen. Immer mehr Menschen schlossen sich diesem neuen Glauben an. Knapp 400 Jahre später wurde dieser Glaube Staatsreligion des römischen Reiches. Heute ist das Christentum mit 2,1 Milliarden Anhänger die grösste Religion der Welt, vor dem Islam mit 1,3 Milliarden Anhängern (Quelle Wikipedia). Das Christentum wächst weiter. Innerhalb der letzten 50 Jahren wurde Südkorea mehrheitlich christlich. Auch auf dem afrikanischen Kontinent treten immer mehr Menschen zum Christentum über.

Nächstenliebe…
Die aktuelle Weltwoche widmet sich diesem Thema. Matthias Drobinski, Redaktor der Süddeutschen Zeitung, führt dort den Erfolg des Christentums auf zwei Komponenten zurück: Die Nächstenliebe und die rohe Gewalt.

In den ersten vierhundert Jahren nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus zeichnete sich das Leben der Christen durch die Nächstenliebe aus. Matthias Drobinski schreibt:

Kein Glaube ist den Armen, Unterdrückten, Leidenden so nahe wie der an den Gott, der den Kreuzestod gestorben ist; in keinem Glauben liegt der Gedanke so nahe, dass die Menschenrechte für alle gelten, wie im Christentum…

Der Götterglaube der Römer sah damals ganz anders aus. In der antiken Religion galten vor allem Erfolg, Ansehen und Macht. Die einfachen Menschen waren wenig bis nichts wert. Das Christentum brachte völlig neue Werte.

Matthias Drobinski:
Ein Christ ist dagegen auch von Gott geliebt, wenn er alt ist, hässlich und arm. Ein Sklave, ein Kind, eine Frau. Die christlichen Gemeinden pflegen ihre Kranken. Sie versorgen ihre Witwen und Waisen. Und sie behandeln ihre Frauen menschlich.

Manche römische Kaiser hielten sich selber für Gott und nahmen alle Macht für sich in Anspruch. Sie forderten vom Volk die gebührende Anbetung. Christen weigerten sich jedoch den Kaiser anzubeten, da sie Gott im Himmel als einzigen Gott ehren wollten. Diese Verweigerung führte zu einer brutalen Christenverfolgung. In dieser Verfolgung standen die Gläubigen wieder ohne Gewalt einem mit Speeren und Äxten bewaffneten Heer gegenüber und starben den Märtyrertod. Das faszinierte die Heiden zusätzlich: Diese Menschen waren bereit für ihren Glauben zu sterben.

…und Gewalt
Kaiser Konstantin beendete die Christenverfolgung. Vor einer Schlacht träumte er von einem Kreuz und hört dazu eine Stimme „In diesem Zeichen wirst du siegen“. Der Kaiser gewinnt die Schlacht und sieht nun den “Christengott” als seinen Schlachthelfer. Als Dank rief er Religionsfreiheit für die Christen aus und behandelt diese von nun an sehr privilegiert. Schliesslich wurde das Christentum sogar zur Staatsreligion erklärt und verbündete sich auf diesem Wege mit dem römischen Reich:

Matthias Drobninski:
Und so lernten die Jünger des Pazifisten Jesus, sich am Hof des Kaisers zu bewegen. Sie lernten Kaiser zu lenken und Fürsten mit Kirchenstrafen zu belegen, Kriege religiös zu begründen und Kriege zu führen. Der moralische Preis der Macht ist hoch: Sie bringt das Christentum mit der Gewalt zusammen… Die Anhänger des Gekreuzigten werden selber zum Henker.

Zweigleisig
Das Christentum verbreitete sich damals und heute über zwei Schienen, über die Nächsten- und Feindesliebe und so gegensätzlich es auch ist, indem sich Christen mit den Mächtigen dieser Welt verbünden und Kriege gegen Feinde führen. Doch ist das wirklich ein Kampf für Gottes Reich?

Ich denke, das Reich Gottes ist nicht zu erkämpfen, es ist zu „erlieben“. Ich erinnere nochmals an das Zitat von Brian Mc Laren aus dem letzten Beitrag:

Diese neue Welt ist eine Gegenmacht, eine Gegenbewegung, ein Gegenreich, das alle korrupten menschlichen Regimes angreifen, entlarven, beim Namen nennen und als das hinstellen wird, was sie wirklich sind. Anders als die alten Reiche der Menschen drängt sich die neue Welt aber nicht auf, wo sie nicht erwünscht ist. Obwohl sie eine ganz reale Macht ist, kommt sie doch auf unscheinbare, behutsame Weise – eben mysteriös.

Die Macht des Herzens
Das Reich Gottes, seine neue Welt wächst im Unsichtbaren, still und leise, wie es die Christen am Anfang gelebt haben. Und trotzdem hat der Glaube politische Dimensionen und kann auf diesem Weg die Welt verändern. Zum Schluss deshalb nochmals ein Zitat aus der Weltwoche von Matthias Drobinski:

Das Christentum ist die wichtigste Autorität, die den Globarisierungsprozessen eine globale Ethik zur Seit stellen kann. Es kann das wichtigste Werkzeug des Friedens in einer Zeit sein, in der Konflikte zunehmend Religionskonflikte sind. Wenn es auf die Macht der Nächsten- und Feindesliebe setzt, die Kraft dieses unerhörten Gedankens, der das Römische Reich erschütterte.

Bewegung der Versöhnung

Sunday, March 23rd, 2008

Fortsetzung von Am Kreuz beginnt eine neue Weltordnung.

Manche Leute brüskieren sich daran, dass Christen mit dem Kreuz ein „Folterinstrument“ um den Hals tragen. Doch an Ostern wurde das Kreuz zu Gottes Symbol für die Ablehnung von Gewalt, für Liebe und Vergebung. An Karfreitag sah es danach aus, dass Jesus und seine Bewegung zerschlagen wurde. Doch diese neue Weltordnung Gottes kann nur wachsen, in dem sie schwach wird und sogar stirbt. Paulus beschreibt den Tod am Kreuz sogar als Torheit Gottes, die jedoch stärker ist als die menschliche Weisheit:

Was Gott getan hat, übersteigt alle menschliche Weisheit, auch wenn es unsinnig erscheint; und was bei ihm wie Schwäche aussieht, übertrifft alle menschliche Stärke.
1. Korinther 1.25

Am Kreuz schien die Macht der Menschen stärker zu sein, doch gerade durch diese Niederlage deckte Gott auch die Bosheit der Menschen auf. Als Jesus am Kreuz hing sprach er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Und hier geht die neue Welt Gottes weiter. An diesem Tiefpunkt des Lebens Jesus, wo Gut und Böse aufeinander treffen, will Jesus keine Rache, sondern Vergebung. Diese strahlt aus seinem ganzen Leben, seiner Lehre, seinem Tod und aus seiner Auferstehung hervor. Die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen, zwischen Nationen und einzelnen Menschen. Und diese Bewegung der Versöhnung starb an Karfreitag nicht, sondern geht weiter und verbreitet sich über die ganze Welt.

Nochmals Brian Mc Laren, und wie er diese Bewegung beschreibt:

Diese neue Welt ist eine Gegenmacht, eine Gegenbewegung, ein Gegenreich, das alle korrupten menschlichen Regimes angreifen, entlarven, beim Namen nennen und als das hinstellen wird, was sie wirklich sind. Anders als die alten Reiche der Menschen drängt sich die neue Welt aber nicht auf, wo sie nicht erwünscht ist. Obwohl sie eine ganz reale Macht ist, kommt sie doch auf unscheinbare, behutsame Weise – eben mysteriös.

Morgen der letzte Teil dieser Triologie:
Wie konnte sich diese Bewegung über die ganze Welt ausdehnen?

Am Kreuz beginnt eine neue Weltordung

Friday, March 21st, 2008

Erster Teil einer Trilogie zur neuen Weltzordnung von Jesus. Links zu den Fortsetzungen findet man zuunterst.

Als etwa 33-jähriger wurde Jesues ans Kreuz geschlagen, zuvor zog er mit seinen Anhängern durchs Land und verkündete das Reich Gottes, oder man könnte auch sagen „die neue Weltordnung Gottes“. Diese Weltordnung definiert sich durch Liebe und Friedfertigkeit. Unter anderem wies Jesus in der Bergpredigt auf die Erneuerung hin:

Bis jetzt heisste es: ‘Auge um Auge, Zahn um Zahn!’ Ich sage euch aber: Leistet keine Gegenwehr, wenn man euch Böses antut! Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin! Wenn einer dich vor Gericht bringen will, um dein Hemd zu bekommen, so gib ihm auch noch den Mantel! Und wenn einer von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei Meilen mit ihm! Gib jedem, der dich um etwas bittet, und weise keinen ab, der etwas von dir leihen will. Es heißt bei euch: ‘Liebt eure Freunde und hasst eure Feinde!’ Ich sage aber: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen! So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel.

Die Bewegung wächst und scheitert
Jesus mobilisierte viele Menschen ihm nachzufolgen und Gottes neue Weltordnung zu leben. Doch eines Tages liessen die religiösen Führer des Volkes Israel den Wanderprediger festnehmen. Man verhörte ihn, peitschte ihn aus und schlug ihn schliesslich ans Kreuz. Sie zerschmetterten ihn und seine Bewegung. Die Botschaft der Liebe traf auf eine Welt mit Speeren, Schwertern und Kreuzen und scheiterte.

Das Bild erinnert an andere historische Momente: Die friedlich demonstrierenden Demonstranten auf dem Platz des himmlischen Friedens, plötzlich stehen sie Maschinengewehren und Panzern gegenüber. Fazit: 3000 Tote.
Martin Luther King setzte sich friedlich für Versöhnung und Rassengleichheit ein, bezahlen musste er es mit dem Tod…

Macht oder Opfer?
Aber was ist die Alternative zu dieser neuen Weltordnung? Könnte sich Gottes Reich durchsetzten, wenn es besser bewaffnet und mehr Krieg führen würde?

Brian D. Mc Laren stellt die Frage wie folgt:

Was ist, wenn die neue Welt Gottes nur dann ihre Eigenschaft als ein „Reich, das nicht von dieser Welt ist“, bewahren kann, wenn sie schwach und verletzlich bleibt, wenn sie Opfer bring und Liebe übt? Was ist, wenn diese Niederlage absolut unverzichtbar ist, damit die brutale Gewalt und die dunkle Unterdrückung durch Mächte und durch menschliche Ideologien ans Licht gebracht werden können? Erst wann diese entlarvt sind, kann man sie als das erkennen, was sie sind, kann man sie frei zurück weisen und für eine neue , bessere Welt Platz schaffen.

Was denkst Du? Wo und wie könnte Gottes neue Welt wachsen?

Fortsetzungen:

Verwandte Artikel:

Die wissenden Christen

Friday, March 14th, 2008

Die Christen sind oft nicht die Gläubigen, sondern die Wissenden. Gläubige Christen werden zu wissenden Christen, oder haben mindestens das Gefühl.

In unserem ersten Gastbeitrag schreibt Dan über die Christen, die manchmal ein sehr intolerantes Völkchen sind. Der erste Kommentator unterstreicht diese Meinung:

“Ich habe selber eine Zeit lang in einem evangelikalen Forum diskutiert und war geschockt über soviel Rechthaberei, Verbissenheit und Intoleranz.”

Vor einigen Wochen schrieb Mathias Plüss im “DAS MAGAZIN” zur Thematik Evolutions- und Schöpfungstheorie:

Wissenschaftliche Theorien kann man nicht beweisen, man kann nur an sie glauben. Das ist der Witz: Der Wissenschaftler weiss, dass er nur glaubt. Der Gläubige hingegen glaubt, dass er weiss.

Lieblos…
Es ist doch tragisch, wenn die Gläubigen so wahr genommen werden. Die schlimmsten Beispiele fand ich jeweils in den Kommentaren von Hugo Stamm’s Blog. Die sich explizit als Christen bezeichnende Kommentatoren, sind in ihrem Schreiben manchmal die Hartherzigsten und Lieblosesten:

Ein Lied für Hugo Stamm: Oh Annagreth oh Annagreth Hugo Stamm der Gotteslästerer ist schon wieder auf dem Tapet. Noch ist es für Ihn nicht zu spät. Gegen evangelisierende C h r i s t e n kämpft er ganz verbissen, durch Gebete aus den Wogen des Verblenders gerissen. Die B i b e l ist ihm zum E c k s t e i n geworden, fast sein S c h ä d e l zerissen. Oh Annagreth oh Annagreth noch ist es nicht zu spät. Nach g a n z e n d r e i s s i g Jahren immer noch nicht s c h l ä u e r geworden beginnt ihn das G a n z e zu überborden. Lied zum l. August O7

Hugo Stamm musste unterdessen eingreifen und verletzende Meinungen werden nicht mehr veröffentlicht. Meiner Beobachtung nach sind auch einige Christen heraus geflogen.

Zurück zu Pfingsten
Warum werden Christen heute oft so engstirnig und lieblos wahrgenommen? Die Theologin Debora Sommer wird bei uns im FENSTER ZUM SONNTAG bei der Pfingstsendung zu Gast sein. Zur Vorbereitung der Sendung führte ich mit ihr ein Vorgespräch. Sie bringt es auf den Punkt:

“Heute drehen wir uns als Christen oft um Strukturen und den Fragen nach der richtigen Lehre. Wir sollten weniger urteilen und mehr Herz haben. An Pfingsten waren die Nachfolger Jesus voller Feuer und Leidenschaft. Pfingsten ist Dynamit pur, wenn wir das nicht mehr haben, dann stimmt etwas nicht.”

Links:
Artikel im Magazin
Beitrag aus Hugo Stamms Blog
FENSTER ZUM SONNTAG

R U really born again?

Thursday, January 10th, 2008

Wie erwähnt waren wir am Dienstag-Abend zu besuch. Onkel und Pastor Peter brachte irgendwann auch das Thema Glaube ins Gespräch. Wir seien Christen, haben wir geantwortet. ‘Born again?’, fragte er. ‘Yes, born again’.

Bei solchen Fragen wird mir eher mulmig. Ich mag nicht schubladisiert werden – à la ‘in welche Kirche gehst du?’ etc. Ich befürchtete, da würde ein amerikanischer Groove das bis dahin lustige Gespräch vergiften und war schon innerlich bereit für die nächste Frage: ‘How do you identify yourself with these famous preachers like ***** – do you think, that’s the same road you’re going or something else?’.

Ich dachte, er würde die ‘born again’-Antwort noch bestätigt hören wollen, konnte aber nicht versichern, auf solchen Wegen sein zu wollen und antwortete: ‘Actually, I don’t give much for names and gurus. I rather look in the bible, what Jesus does than looking up to great preachers’.

Er hatte es sehr vorsichtig eingefädelt. Erst jetzt merkte ich, dass sein Groove weit entfernt ist von amerkanischen Jumping-Up-and-Down-Predigern. Er erzählte von seinem Leiden, wenn Leute sagen oder leben: ‘Ich habe das Ticket in den Himmel, die Probleme dieser Welt gehen mich nichts mehr an’. Oder wenn Leute den Wundern nachpilgern – und sich ihrer Verantwortung in der Geselschaft entziehen.

Mit den Menschen in seiner Kirche hier versucht er ganz Praktisches aus der Bibel zu lesen und im Alltag zu leben. Sein Herz sprudelt über, wenn er erzählt, wie relevant die Aussagen von Jesus wirklich sind. Sie betreffen in erster Linie unseren Umgang in Beziehungen, im Job, mit Geld, in der Familie, mit Bedürftigen, mit dem eigenen Körper und mit Elefanten.

Für ihn persönlich bedeutet das konkret der Einsatz ab 5:00 Uhr jeden Morgen für HIV-Betroffene, die Koordination von Mikrokrediten, Einsatz in einer Kommission zur Elefantenfrageplage. Neben seinem Beruf, dem Bauern, mit etwa 90 Arbeitern. Alltägliches – nicht Hyper-Heaven-Space-Theorie.

Gerade heute sind wir ihm auf der Strasse begegnet. Er war mit seiner Frau auf dem Weg zu einer HIV-erkrankten jungen Mutter. Um zu beten, um ihr Trost zu geben – und auch um sie zu beraten. Er selbst hat einen Bruder an HIV verloren.

Für uns war Peter ein Segen – er hat uns herzlich aufgenommen und auch den interessanten Ausflug gestern mit dem Herbsman organisiert – ich hoffe, viele werden durch ihn herausfinden, wie sie Segen sein können.

Ohne ihn zum Guru machen zu wollen: wenn ich sehe, wie solche Leute den Jesusgroove leben, Freude dabei haben und das weiter geben, dann bin ich ermutigt – es hat doch viel mehr Kraft, als man den trägen Kirchen ansieht. Just do it – without jumping.

Was bringt’s?

Sunday, November 18th, 2007

Heute Abend haben wir mit der Amnesty International Gruppe Rapperswil mitgewirkt am Sofa-Gottesdienst der Reformierten Kirche Stäfa. Thema: “Was bringt’s?”. Was ist meine Stimme schon wert in dieser grossen Welt. Ein eindrücklicher, interaktiver Abend mit anschliessendem Suppenessen (+ Kuchen) entstand. Schön, wie viele junge Menschen (sogenannte “sofas”) dabei aktiv mitgestalten.

Sofa Gottesdienst Stäfa

Links zum Thema:
Sofa Gottesdienst
Amnesty Schweiz