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Archive for the 'Phil. & Religion' Category

Gretchenfrage: Wer glaubt an Dich?

Sunday, October 19th, 2008

stimmung.jpgDie Frage nach der eigenen Religion ist in der Schweiz eine Gretchenfrage. Die meisten Eidgenossen glauben zwar an eine höhere Macht, aber an was oder wen man glaubt, diese Frage stellt man normalerweise nicht Leuten im Zug. Es ist Privatsache, ja schon fast intim. Also drehen wir die Frage mal um. Wer glaubt an Dich?

Es geht nicht um die Eltern, die an ihre Kinder glauben, oder Lehrer mit Ihrem Vertrauen in Ihre Schüler. Sondern, welche höhere Macht glaubt an Dich? Im Buch “Expedition zum Ich” habe ich anregende Gedanken dazu gefunden.
Es gibt in der Bibel die Geschichte des Zöllner Matthäus. Die Zöllner waren bei den Juden äusserst unbeliebt, weil sie ihnen Geld abknüpften und den Römern bezahlten. Sie galten als bestechlich und korrupt. Und zu diesen Zöllnern gehörte auch Matthäus. Sein Job brachte ihm einen gewissen Reichtum. Er führte kein schlechtes Leben. Eines Tages kam Jesus vorbei und forderte Matthäus auf, ihm nachzufolgen. Dieser liess sich nicht zweimal bitten. Er liess alles liegen und schloss sich Jesus an. Wie ist das möglich?

Lech acharaj – folge mir nach
Im Buch “Expedition zum Ich” wird auf diesen Satz von Jesus genauer eingegangen. Für die Juden damals war der Ruf “Folge mir nach” nichts Unbekanntes. Mit “Lech acharaj!”, wie es im Hebräischen heisst, riefen die Rabbiner ihre Schüler zum Studium der heiligen Schrift. Dabei ging es nicht nur um die Schriften, sondern sie eiferten in allem ihrem Rabbi nach, um deren Lebensstil einzuprägen. Die Rabbiner zogen jedoch nicht einfach durchs Land und beriefen ihre Jünger. Die Schüler gingen zu einem Rabbi und baten ihn um Aufnahme. Sie wurden einer strengen Prüfung unterworfen und nur bei wenigen Schülern sagte der Lehrer am Schluss “lech acharaj”. Wenige gehörten zu diesen Auserwählten.

Ohne Aufnahmeprüfung
Für Matthäus ist es eine riesige Chance, dass ein Rabbi ihn ruft – die Gelegenheit seinen schlechten Ruf los zu werden und einen neuen Lebensstil zu lernen. Der Unterschied zu andern Rabbinern ist gross. Matthäus muss keine Prüfungen ablegen. Jesus glaub an ihn und ruft ihn deshalb in seine Nachfolge. Der Zöllner wurde ein anderer Mensch, weil Jesus an ihn glaubte.

Von Gott berufen
Im Korinther-Buch in der Bibel steht: Schaut doch euch selbst an, Brüder und Schwestern! Wen hat Gott denn da berufen? Es gibt ja nicht viele unter euch, die nach menschlichen Maßstäben klug oder einflussreich sind oder aus einer angesehenen Familie stammen…Er hat sich die Geringen und Verachteten ausgesucht, die nichts gelten, denn er wollte die zu nichts machen, die in der Welt etwas sind. Diesen Vers verstand ich nie so ganz, er machte mir eher Mühe. Er gab mir das Gefühl, um an Jesus zu glauben, müsse man den Verstand ausschalten. Wenn ich den Satz nun aber aus dieser neuen Perspektive anschaue, verschwindet dieses komische Bauchgefühl. Jesus sieht, was in einem steckt, und daran glaubt er. Unabhängig von Herkunft, von Bildungsgrad, Erfolg oder Reichtum. Gottes Weltordnung funktioniert anders. Und weil Jesus an uns glaubt, können wir die Welt verändern.

Website Expedition zum ICH
Bildquelle: aboutpixel.de © Erik Krüger

Verschobene Prioritäten in der Kirche?

Tuesday, September 30th, 2008

charity.jpg

(Quelle) Ich spiele Bass, unter anderem bei Springfield, eine der “Resident Bands” im O2 – eine Kirche mit ca 200 jungen Erwachsenen in Rapperswil-Jona.

Bin zwar dankbar dafür, dass wir auf einer Musikanlage spielen können, die sicher CHF 100k aufwärts gekostet hat – ein grosser Unterschied zur CHF 20k-Anlage, über die ich früher oft gespielt habe – aber auch so gings. Andere Aspekte spielen wichtigere Rollen als die Technik. Die kommen manchmal zu wenig zum Tragen. Ich staune aber auch über die jungen Leute, die mit der Lichtanlage – die wohl nochmal soviel gekostet hat – regelrechte Kunstwerke hervorzaubern (und mehrere Stunden vor jedem Gottesdienst darauf vorbereiten) – das Licht am Summerband-Final im Alpenrock-House kam nie an das ran.

Aber manchmal wünschte ich, es würde auch in anderen Bereichen mehr investiert werden. Nicht in erster Linie Finanzen, sondern Herzblut und bewusste Förderung durch das Leitungsteam. Möchte nicht sagen, das sei nicht vorhanden – aber einige Mitglieder (vielleicht besser: “Mitarbeiter”) leiden unter verschobenen Prioritäten. Ich erlebe viel Gutes in Beziehungen, Herausforderung in der Gemeinschaft, Fun und Feiern. Dieser Teil könnte aber gegenüber dem sichtbaren “Face” noch deutlich zulegen. Und da sind alle gefragt – auch ich.

Pfr. Sieber im O2

Hirnwäsche

Thursday, August 21st, 2008

Ich bin aus “charismatischem Hause” und glaube – auch nach evangelikaler und universitär-historisch-kritischer Hirnwäsche – nach wie vor an die Macht des Heiligen Geistes, daran, dass er auf übernatürliche Weise Wahrheit in mein Leben hineinspricht.

Sara in ihrem Beitrag zur Lakeland-Erweckung. Welches sind meine Hirnwäscher? Welches sind deine? Medien? Alphatiere? Emotionen? Beziehungen/Verletzungen? Hyperaktive Pastoren oder Blogger? Können wir trotz oder gerade wegen unserer Einseitigkeit mit Kraft aus der für uns nicht fassbaren Vielseitigkeit Seite rechnen?

Bibel bearbeiten mit Wiki-Software

Saturday, July 5th, 2008

Ein interessantes Projekt: die Volxbibel NT 3.0 ist wohl die erste Bibel, die im Internet “entstanden” ist und an der alle mitschreiben konnten. Jetzt steht die Version 3.0 vor dem Abschluss und wird bald in den Druck gesandt. 7000 brauchbare Änderungen wurden durch die Teilnehmer gemacht – der Projektleiter Martin Dreyer findet das obergeil – und das ist es auch. An die Adresse der Hüterchristen mit den Steinen in den Händen: jaja, das Ganze wird natürlich noch lektoriert und jaja, wahrscheinlich werdet ihr danach trotzdem Steine werfen. Jänu. Daran hat man sich langsam gewöhnt.

Dazu passt folgende Geschichte aus der Volxbibel:
(more…)

Mattes Christentum

Thursday, June 26th, 2008

Es [das Christentum] wirkt jetzt eher wie das Zitat einer Religion, die es früher einmal gegeben hat.

Gelesen in Zeit via Twitter. Immerhin wirkt also das Christentum – daran habe ich oft gezweifelt.

Instant-Esoterik mit Vitaminzusatz

Thursday, June 26th, 2008

Die Priester des Herrn, die Nachkommen Aarons, habt ihr vertrieben und ebenso die Leviten. Und dann habt ihr an ihrer Stelle Priester nach eigenem Gutdünken eingesetzt, genau wie die anderen Völker. Wer zum Priester geweiht werden wollte, brauchte nur mit einem Stier und sieben Schafböcken daherkommen, und schon war er ein Priester im Dienst der Götter, die gar keine sind! (Bibel in 2. Chronik, Kapitel 13)

Heute sehr relevant: man braucht nur einen Intensivkurs in Pendeln, Tarot und den Bonuskurs “Reikimeister in 7 Tagen” sowie “Drei Engel für Dummies” – alles belegbar im Esoterikladen um die Ecke oder in der Klubschule. Schon kann man gross berichten über die Geheimnisse des Universums. Man kann seinen eigenen kleinen Esoterikladen eröffnen und dadurch eine gewisse Machtposition einnehmen. Die Delfine bringen Umsatz. Ich habe auch schon – und ich denke, das kommt oft vor – seelsorgerlche Gespräche mitten im Esoterikladen mitgelauscht. Was soll ich von einem “Engel und Geschenke Laden” mit persönlichem Beratungshotline halten?

Humbug, diese Fast-Food Instant-Esoterik Tante-Emma Esoterikläden! Eine Beleidigung aller, die sich intensiv mit spirituelen Ebenen auseinandersetzen. Man darf sehr gerne erkennen, das nicht alles zu beweisen ist, dass vieles noch Geheimnis ist. Eines sei verraten: die spirituelle Welt lässt sich nicht herbeihetzen, sie erspürt keinen Druck, sich der heutigen “ich-nehme-was-ich-brauche” Sofort-Gesellschaft anzupassen.

Ein Esoterikladen ist ein Widerspruch in sich.

Das ist kein Flaming gegen Meditation, Mystik, Spiritualität oder Esoterik, gäll. Nichts wäre mir fremder! Ich habe grossen Respekt vor den Menschen, die sich nicht von all diesem Lärm ablenken lassen und den weniger bequemen und längeren Weg gehen, der in die Nähe des Göttlichen führt. Wir bräuchten das alle.

Evangelischer Pfarrer schreibt Papstprotest-Song

Monday, May 26th, 2008

Der evangelische Pfarrer Clemens Bittlinger wendet sich in seinem Song “Mensch Benedikt” direkt an den Papst. Bittlinger habe den Song 2007 geschrieben, als der Papst die katholische Kirche als einzig wahre Kirche betitelte, schreibt livenet.ch. Auf dem deutschen Katholikentag habe der Pfarrer den Song vorgetragen und begeisterten Beifall geerntet.

Der Songtext fordert Papst Benedikt den XVI auf die Lehre der katholischen Kirche zu überdenken, beinhaltet aber auch allgemeine Kirchenkritik:

Benzinverlosung in Jesu Name!?

Monday, May 19th, 2008

zapfsaule.jpgVor einigen Tagen berichtete der Blick über eine Baptistenkirche in der USA, die neue Wege suchte, um die Menschen wieder in die Kirche zu bringen. Mit Gratismahlzeiten und Geschenken versuchen es bereits viele andere Gemeinden und deshalb liess sich der Pastor etwas Neues einfallen: In speziellen Gottesdiensten werden 500-Dollar-Benzingutscheine verlost. Die hohen Benzinpreise drücken schliesslich jedem auf die Seele.
Gemäss Blick soll der Pastor Kritikern entgegnen: “Jesus selber habe doch auch gratis Brot und Fisch verteilt, um Anhänger zu gewinnen!”

Nachfolger kaufen
Jesus kaufte seine Anhänger nicht mit Brot und Fisch. Er fuhr mit dem Boot weg und suchte sich einen Ort um alleine zu sein. Doch die Leute folgten ihm zu Fuss, weil sie mehr von ihm hören wollten und sich nach mehr Heilungen sehnten. Am Abend schickten die Jünger die Menschen zurück, damit sie Essen kaufen könnten. Da liess sich Jesus die Brote und Fische geben und verteilte diese an die Menschen.

Verdrehte Botschaft

Das ist für mich ein riesiger Unterschied. Ich glaube auch heute hat die Botschaft von Jesus noch die gleiche Kraft und auch heute will Gott noch Menschen begegnen und heilen. Wenn Kirchen diese Botschaft jedoch so verdrehen, ist es kein Wunder, wenn immer weniger Menschen diesen Ort aufsuchen.

Zum Blick-Artikel

Verwandte Beiträge:
Der Befreiungsschlag der zweiten Wange
Am Kreuz beginnt eine neue Weltordnung

Das Mysterium des Onyxbeutels

Monday, May 19th, 2008

Wir lüften das altehrwürdige Geheimnis der Freitag-Tüten. Vielleicht zum ersten Mal in einem Blog. Jetzt veröffentlicht, für dich, liebe/r Leser/in – präg dir das ein. Lerne von der Weisheit der Koryphäen.

Vorderhand eine Einweihung von geringer Grösse für Unkundige: der Hiobsblogger und der Spatelhaufen haben uns je ein eingraviertes Holzstück zukommen lassen. Mit folgendem Appell: “Ergreife die Schriftrolle, die dir als nächstes ins Auge springt, öffne den Siegel und finde den Passus, die die Splitterkerben dir vorschreiben. Atme ein und offenbare in Würde das Geschrieben deinen Folgern! Die Zeit dafür ist nah und sie ist schon da.” (Lese hier: im Urtext)

Aus diesem Grund sei gesagt den Folgern des steinernen Ehepaars:

Dann fertigten die Kunsthandwerker die Brusttasche an. Sie war aus denselben Stoffen gemacht wie der Priesterschurz: aus Goldfäden, violetter, purpurroter und karmesinroter Wolle sowie aus feinen Leinen. Die Tasche war quadratisch, jede Seite 25 Zentimeter lang (eine Elle?), und der Stoff war doppelt gelegt. Die Kunsthandwerker besetzten sie mit vier Reihen von Edelsteinen. Die erste Reihe bestand aus einem Karneol, Topas und Smaragd, die zweite Reihe aus einem Rubin, Saphir und Jaspis, die dritte Reihe aus einem Hyazinth, Achat und Amethyst, die vierte Reihe aus einem Türkis, Onyx und Nephrit. Alle Steine waren in Gold eingefasst. Sie standen für die zwölf Stämme Israels; auf jedem Stein war ein Stammesname eingraviert, auf diesselbe Art, wie man einen Siegel herstellt.

Nehmt auf diese Weisheit und handelt klug. Zuallererst: Reputation, Nagerzwickerin, Mostrichleib, Vitapilotage und der Arachnophobius. Seid aber jederzeit frei.

Meine wirren Gedanken

Thursday, May 8th, 2008

Euro 08
Ja, es ist bireweich, einer Lunge voll komprimierter Luft mit Lederhaut nachzurennen und sobald eingeholt, wieder wegzukicken. Klar wird die Schweiz in einem Ausnahmezustand sein, wegen diesem Vereinsevent. Und ja, zuviel Steuergeld geht drauf und die Uefa als gemeinnütziger Verein ist praktisch steuerfrei, weil sie den Sport so effizient fördert. Aber: können wir diese Tatsachen nicht einfach hinnehmen und uns mitnehmen lassen in eine Zeit, die etwas anders sein wird?

Am dringendsten brauche ich folgende Bildli: 209, 213, 217, 247, 398, 414 (aber es fehlen mir weitere).

Raucherproblem
Wir haben neben dem Ambrosia- immer noch ein Raucherproblem in der Schweiz. (Das sehen die meisten wohl so). Könnte man nicht einfach eine Mindestmenge an Schadstoffen pro Zigi festlegen. Oder einfach Zigis mit Filter verbieten? Würde das helfen? Letzthin wiederum hab’ ich gelesen, dass die Raucher sowieso schon 95% ihrer verursachten Kosten durch die Stängelsteuern bezahlen – vielleicht ist das Problem kleiner als alle denken. Und jedes Bashing drängt den Raucher zur nächsten Zigi. Lassen wir das also.

Kirchenwerkzeug
Ich bin mir immer noch nicht so sicher, ob die Kirche* ein Werkzeug des Teufels oder was Göttliches ist. Ich bleibe der Sache auf der Spur. Da muss man immer wieder versuchen, frisch an die Sache ran zu gehen – blaue Augen muss man einstecken können. Bitte extrem überlegt vorgehen, wenn du planst, darin Energie zu investieren. “Und wenn ich wählen kann, lieber ausserhalb wirken?” Vielleicht ja.

* – mit “Kirche” meine ich hier die Kirchen-Institutionen (Staatskirchen und staatsunabhängige Kirchen, mit Erfahrung v.a. in letzteren)